bedeckt München 26°

Escada-Eigentümerin Megha Mittal:"Sehr dynamisch, sehr fordernd"

Der Modekonzern Escada erklärt die Krise für beendet. Die neue Eigentümerin Megha Mittal über ihre Investition, das schwierige Fashiongeschäft, Familie - und die Frau von heute.

Geschäftiges Treiben in der Escada-Zentrale: In dieser Woche wurde die neue Kollektion an den Vertrieb übergeben. Megha Mittal, 34, ist in München, gerade speiste sie mit Firmenchef Bruno Sälzer in der Kantine. Vor anderthalb Jahren ging Escada in die Insolvenz, es sah schlecht aus. Dann kaufte Megha Mittal die Modefirma. Die gebürtige Inderin, die mit ihrer Familie in London lebt, stammt aus einer Textilfabrikantenfamilie. Sie hat Wirtschaft studiert und arbeitete für die Investmentbank Goldman Sachs. Der Mittal-Clan, die den Stahlkonzern Arcelor-Mittal kontrolliert, zählt zu den reichsten Familien der Welt.

Megha Mittal 2011

Megha Mittal: "Eine Modemarke ist nie fertig. Mode ist eine immer fortwährende Reise."

(Foto: colorstorm digital)

SZ: Frau Mittal, Escada war einst Weltmarktführer. Mitte 2009 musste die Firma in die Insolvenz. Die Modemarke hatte ziemlich Staub angesetzt. Dann kamen Sie. Ist jetzt die Krise vorbei?

Megha Mittal: 2010 lief gut für uns, besser, als wir es geplant hatten. Die Schwierigkeiten waren schnell überwunden. Jetzt können wir sagen: Escada ist zurück auf der Bühne. Ich bin sehr stolz auf diese Wende - und auf alle, die mit viel Energie daran gearbeitet haben.

SZ: Es gab große Erwartungen nach Ihrem Einstieg. Wie weit sind Sie mit dem Plan gekommen, das neue Escada zu schaffen? Sind 2010 hundert Prozent erreicht worden?

Mittal: Ich weiß nicht, was hundert Prozent bedeutet. Eine Modemarke ist nie fertig. Mode ist eine immer fortwährende Reise, sehr dynamisch, sehr fordernd. Jede Saison haben wir eine neue Kollektion, die Nachfrage wandelt sich. Es ist ein bisschen wie im Filmbusiness. Ja, wir haben sehr viel geändert und sehr viel bewegt. Escada geht in die richtige Richtung.

SZ: Es reicht Ihnen offenbar nicht.

Mittal: In vielen Bereichen lief es besser als erwartet. Aber, wissen Sie: Ich will immer mehr.

SZ: Wie groß ist Ihr Anteil bei der Erneuerung von Escada?

Mittal: Ich muss die Marke, die Leute, die Strategie unterstützen. Am Anfang habe ich viel Zeit damit verbracht, den Leuten erst einmal zuzuhören und zu fragen, welche Verbesserungen und Lösungen sie im Kopf haben. Am Ende muss ich schauen, dass die Dinge eingehalten werden. Auch wenn ich jetzt ein Jahr hier bin - es ist immer noch eine frühe Phase. Klar ist für mich, dass Bruno Sälzer bisher einen wunderbaren Job gemacht hat. Er hat viel Erfahrung und geht die Dinge sehr professionell an. Wir haben eine sehr gute Arbeitsbeziehung. Ich verbringe viel Zeit mit Reisen und schaue mir auch die großen Märkte an. Escada ist in 80 Ländern vertreten und hat eine eigene Produktion in Slowenien.

  • Themen in diesem Artikel: