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Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft:Flavio Briatore in Formel-1-Affäre verwickelt

In der Formel-1-Affäre sind die Ermittler auf den Namen Flavio Briatore gestoßen. Der Italiener soll Formel-1-Chef Bernie Ecclestone geholfen haben, die Schmiergeldzahlungen an Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky abzuwickeln.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung die Zahlungen in Höhe von knapp 44 Millionen Dollar an den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky mit Hilfe von Vertrauten abgewickelt.

'SZ': Flavio Briatore in Formel-1-Affaere verwickelt

In der Formel-1-Affäre sind die Ermittler auf den Namen Flavio Briatore gestoßen. Der Italiener soll Formel-1-Chef Bernie Ecclestone geholfen haben, die Schmiergeldzahlungen an Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky abzuwickeln.

(Foto: dapd)

Dazu zählt der italienische Industrielle Flavio Briatore, der selbst in der Formel 1 tätig war. Das hat die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Vier Anwälte Ecclestones - drei in Genf, einer in London - werden mittlerweile als Beschuldigte geführt, in Genf sind Räume durchsucht worden. Gribkowsky ist bereits als mutmaßlich bestochener Amtsträger angeklagt worden.

Er soll beim Verkauf der Formel-1-Anteile von Bayerns Landesbank an den Finanzinvestor CVC im Interesse von Ecclestone gehandelt haben. Gribkowsky habe, so einer der Vorwürfe, vor der Veräußerung an CVC weder mögliche andere Kaufangebote geprüft noch den Markt sondiert.

Mehrere Zeugen haben zu Protokoll gegeben, wie sich Gribkowskys Verhalten gegenüber Ecclestones Anwalt in London Ende 2005 verändert haben soll, von stark angespannt hin zu fast freundschaftlich.

Gribkowsky führte die Gespräche mit dem Käufer CVC, ohne sein hausinternes Expertenteam einzubinden, was seine Kollegen verwunderte. Eine damalige Beraterin der Bank hat ausgesagt, sie sei besorgt gewesen, weil Gribkowsky alle Telefonate mit Ecclestone - anders als früher - ohne sie geführt habe.

Unterschrift ohne weitere Verhandlungen

Als der designierte Formel-1-Käufer, der Investor CVC, dann den Kaufvertrag vorlegte, soll Gribkowsky das Papier binnen Stunden und ohne weitere Verhandlungen unterschrieben haben. Selbst den damals anwesenden Anwalt von CVC hat das erstaunt.

Zwischen Ecclestone und Gribkowsky waren nach dem Verkauf der BayernLB den Ermittlungsergebnissen zufolge Honorare in Höhe von 50 Millionen Dollar vereinbart worden. Davon sind dann knapp 44 Millionen Dollar über zwei Zahlungswege geflossen.

Zuerst zahlte die in der Formel 1 tätige Bambino, eine Holding und Familienstiftung von Ecclestones Frau und seinen Töchtern, 21,2 Millionen Dollar. Zu diesem Zweck hatte Bambino über ihre Tochterfirma Valper die Briefkastenfirma First Bridge auf Mauritius gekauft. Diese zahlte dann im Rahmen eines Beratervertrages an eine Firma von Ecclestone in Österreich.

Anschließend zahlte Ecclestone selbst 22,7 Millionen Dollar über zwei Bekannte: einen Anwalt in Genf und über Flavio Briatore. Über einen Beratervertrag der Briefkastenfirma Lewington in der Karibik ging das Geld an eine Firma in Österreich, die der von Gribkowsky 2007 gegründeten Privatstiftung Sonnenschein gehört.

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