Ergo Lebensversicherer bleiben

Der Konzern wäre sie gerne losgeworden. Nun behält er seine beiden Lebensversicherer Victoria Leben und Ergo Leben doch. Die angebotenen Preise waren zu niedrig und spiegelten den Wert der Bestände nicht wider, teilte Vorstandschef Markus Rieß mit.

Von Herbert Fromme, Köln

Der Ergo-Konzern hat den geplanten Verkauf seiner Lebensversicherer Victoria Leben und Ergo Leben - früher Hamburg-Mannheimer - an Investoren abgeblasen. Die eingegangenen Angebote spiegelten den Wert und das Potenzial der Bestände nicht ausreichend wider, teilte Vorstandschef Markus Rieß mit. Im September 2017 war bekannt geworden, dass die Tochter der Munich Re ihre für das Neugeschäft stillgelegten Lebensversicherer Investoren angeboten hatte. Dabei geht es um Verträge von mehr als sechs Millionen Kunden. Durch einen Verkauf hätte Munich Re mehr als drei Milliarden Euro an Kapital eingespart, die bei beiden Gesellschaften gebunden sind und kaum Gewinn abwerfen. Anfang November teilte Ergo mit, es seien unverbindliche Angebote eingegangen, die der Vorstand prüfen werde. Das ist jetzt abgeschlossen. In Branchenkreisen hieß es, Ergo habe knapp zwei Milliarden Euro verlangt, das höchste Angebot aber nur rund die Hälfte betragen. Außerdem sah sich das Unternehmen heftiger Kritik aus der Belegschaft und der Politik ausgesetzt. Jetzt will der Konzern die beiden Gesellschaften selbst abwickeln und das Geschäft mit der Abwicklung für andere Versicherer aufbauen. Dazu gehören auch Pläne, ein Gemeinschaftsunternehmen mit IBM zu gründen, das Dienstleistungen in diesem Feld für Dritte anbietet.