Erfurt (dpa/th) - Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien auf einen Brexit-Handelspakt begrüßt. „Die Einigung in letzter Minute ist ein kleines Wunder - die jahrelange Hängepartie hat damit ein Ende“, erklärte Tiefensee am Donnerstag in Erfurt. Das Abkommen sei von großer Bedeutung für die Thüringer Wirtschaft. „Die britische Wirtschaft zählt zu den wichtigsten Außenhandelspartnern der Thüringer Unternehmen noch vor den USA und China“, machte Tiefensee klar. Die nun erzielte Einigung bilde ein „solides Fundament“, um die Beziehungen erfolgreich fortzuführen.
Zugleich betonte der Minister, dass es durch den Brexit auch mit dem Abkommen Handelshemmnisse geben werde. „Für Unternehmen mit Beteiligungen oder Niederlassung im jeweils anderen Land sind Fragen der Arbeitnehmerfreizügigkeit, des Kapitalverkehrs oder des Patentschutzes maßgeblich“, erklärte Tiefensee. Hier seien neue Hürden entstanden.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums lag Großbritannien im Jahr 2019 mit einem Exportvolumen der Thüringer Wirtschaft von 1,1 Milliarden Euro auf Platz 2 der wichtigsten Exportziele für den Freistaat. Bei den Importen lag Großbritannien mit 1,2 Milliarden Euro auf Platz 1 und damit noch vor China. Den Angaben zufolge gibt es vor allem im Fahrzeug- und Maschinenbau enge Handelsverflechtungen zwischen der Thüringer und der britischen Wirtschaft.