ErdölRussland könnte kasachische Öllieferungen nach Deutschland stoppen

Die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt bezieht bisher kasachisches Erdöl.
Die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt bezieht bisher kasachisches Erdöl. Patrick Pleul/dpa

Die Bundesregierung hatte nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf kasachische Erdöllieferungen gesetzt. Nun plant Moskau nach Angaben der Agentur Reuters den Transit über seine Druschba-Pipeline einzustellen.

Russland will Insidern zufolge vom 1. Mai an den Transit von kasachischem Erdöl über seine Druschba-Pipeline nach Deutschland einstellen. Ein angepasster Exportplan sei bereits an Kasachstan und Deutschland übermittelt worden, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen aus der Industrie der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Das ⁠russische Energieministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow sagte, er wisse davon nichts. „Wir werden versuchen, das zu prüfen“, fügte er hinzu.

Ein Transitstopp könnte die ‌deutschen Bemühungen um alternative Lieferanten nach der ‌Abkehr von russischen Energielieferungen im Zuge des Ukraine-Kriegs erschweren, bei denen Kasachstan eine wichtige Rolle spielt. Das zentralasiatische Land liefert Öl über den nördlichen Strang der russischen Druschba-Pipeline, der durch Polen verläuft, in die Bundesrepublik. Diese Exporte beliefen sich im Jahr 2025 auf 2,146 Millionen Tonnen oder rund 43 000 Barrel pro Tag. ‌Dies entspricht einem Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zu 2024.

Das kasachische Rohöl versorgt ‌unter anderem die PCK-Raffinerie im ‌brandenburgischen Schwedt, eine der größten Anlagen Deutschlands. Die Bundesregierung hatte den Import von russischem Öl über die Pipeline im Zuge des 2022 ausgebrochenen Angriffskrieges gegen die Ukraine gestoppt und als ‌Ersatz auf kasachische Lieferungen gesetzt. Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind wegen der deutschen Unterstützung für die Ukraine stark angespannt.

Die Bundesregierung hatte zudem 2022 die deutschen Töchter des größten russischen Ölkonzerns Rosneft unter Treuhandverwaltung gestellt und ⁠damit die jahrzehntelangen Energiebeziehungen zu Russland gekappt. Ukrainische Drohnenangriffe ‌auf die ‌Pipeline in Russland hatten die Lieferungen in der jüngeren Vergangenheit wiederholt unterbrochen.

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