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Erben:Neun Fakten zum Thema Erben

Noch nie wurde in Deutschland so viel vererbt wie heute. Oder? Die wichtigsten Infos zur Erbenrepublik Deutschland kurz erklärt.

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Wie viel wird eigentlich vererbt?

Genau weiß das niemand. Das Statistische Bundesamt gibt nur an, wie hoch die steuerpflichtigen Erbschaften und Schenkungen pro Jahr sind: knapp 34 Milliarden Euro. Wegen vieler Ausnahmen und hoher Freibeträge muss ein großer Teil der Nachlässe aber nicht versteuert werden. Die Schätzungen von Ökonomen liegen daher deutlich darüber.

Viele Menschen beginnen schon vor dem Tod, ihr Vermögen an Angehörige weiterzugeben. Diese Schenkungen müssen genau wie Erbschaften versteuert werden. Wer rechtzeitig anfängt, kann auf diesem Weg trotzdem Steuern sparen: Die Freibeträge gibt es alle zehn Jahre von neuem. Außerdem ist es vielen lieber, wenn sie noch zu Lebzeiten regeln können, was mit ihrem Geld passiert.

(Grafiken: Sead Mujic)

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In der sozialistischen DDR konnten die Bürger nur eingeschränkt privates Eigentum aufbauen. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung besitzen die Menschen in den neuen Bundesländern daher immer noch deutlich weniger als in Westdeutschland. Die Grafik zeigt, dass sich das auch auf die Höhe der jährlichen Erbschaften niederschlägt. Damit überträgt sich die ungleiche Verteilung zwischen Ost und West auf die nächsten Generationen. Da große Unternehmen und deren Inhaber häufig in den großen Städten sitzen, wird in den Stadtstaaten besonders viel vererbt.

(Statistische Landesämter)

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Das Aufkommen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer schwankt zwar von Jahr zu Jahr, langfristig geht aber der Trend klar nach oben. Das ist ein klares Indiz dafür, dass in Deutschland immer mehr vererbt wird. Der hohe Anstieg 2014 lässt sich auf ein Urteil des Verfassungsgerichts in jenem Jahr zurückführen. Die Richter erklärten in dem Urteil die großzügigen Ausnahmen bei Firmenerbschaften für unzulässig und verlangten eine Neuregelung. Dem wollten viele Unternehmer offenbar zuvorkommen, in dem sie die Firma vorzeitig per Schenkung weitergaben.

(Erbschaftsteuerstatistik 2014, Statistisches Bundesamt)

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Mit seiner laxen Besteuerung von Erbschaften steht Deutschland international nicht alleine da. Niedrige Steuersätze und hohe Freibeträge gibt es in vielen Ländern. Anderswo wird überhaupt keine Erbschaftsteuer fällig. Bei einer kräftigen Erhöhung der Steuer sehen manche daher die Gefahr einer Abwanderung von Wohlhabenden und Unternehmern. Vor allem in der CSU ist diese Befürchtung wegen der Nähe zu Österreich immer wieder zu hören.

(PwC)

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Weil die Menschen im Durchschnitt weniger Kinder haben als früher, müssen sich auch weniger Nachkommen das Erbe ihrer Eltern teilen.

(Deutsches Institut für Altersvorsorge)

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Geld und Immobilien sind zwar am häufigsten Bestandteil einer Erbschaft, aber auch wertvolle Möbel und Schmuck werden oft weitergereicht - und manchmal sogar Schulden.

(Institut für Demoskopie Allensbach [554 Befragte], 2015)

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Die meisten Menschen häufen ein Vermögen an, um den eigenen Kindern etwas hinterlassen zu können. Nur eine kleine Minderheit kann sich vorstellen, das Geld am Lebensende stattdessen zu spenden.

(Institut für Demoskopie Allensbach [832 Befragte], 2015)

© SZ/hgn
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