Entscheidung des US-Justizministeriums American Airlines und US Airways dürfen fusionieren

Sie wollten sich zur weltgrößten Fluggesellschaft zusammenschließen, doch die Wettbewerbshüter in den USA stellten sich quer. Nun hat die US-Regierung die Fusion von American Airlines und US Airways gebilligt - unter Auflagen.

Der Weg für die Fusion von American Airlines und US Airways zur weltgrößten Fluggesellschaft scheint frei. Nach Medienberichten haben die Unternehmen Zugeständnisse gegenüber den US-Wettbewerbshütern gemacht, die den Zusammenschluss blockierten.

Der Kompromiss ermögliche es, dass die Fusion noch im Dezember unter Dach und Fach gebracht werden könne, teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Demnach willigten die Fluggesellschaften ein, sich von Kapazitäten an Großflughäfen in Washington und New York zu trennen.

Nach Angaben der US-Regierung sollen künftig auch an den Airports in Boston, Chicago, Dallas, Los Angeles und Miami mehr Landerechte an Billiganbieter gehen. "Diese Einigung hat das Potenzial, die Luftfahrtbranche grundlegend zu verändern", erklärte Justizminister Eric Holder.

Fusion als Ausweg aus der Insolvenz

American Airlines und US Airways hatten ihre Fusion im Februar verkündet. Für den American-Mutterkonzern AMR sollte dies gleichzeitig der Ausweg aus der Insolvenz sein. Beiden Unternehmen machen unter anderem die hohen Treibstoffkosten zu schaffen. Hinzu kommt die harte Konkurrenz durch Billigfluglinien. Nur als fusionierte, größere Einheit könnten sie Überleben und Arbeitsplätze erhalten, argumentieren sie. Allerdings haben die vielen Fusionen des amerikanischen Fluglinienmarktes in den vergangenen Jahren eher dazu geführt, dass Angestellte entlassen wurden.

Da die angeschlagene American Airlines im November Gläubigerschutz beantragt hatte, mussten dem Zusammenschluss nicht nur Wettbewerbsbehörden und Aktionäre zustimmen, sondern auch das für das Insolvenzverfahren zuständige Gericht.

Gläubiger und Aktionäre der Firmen haben der Fusion bereits zugestimmt. Auch die EU-Kommission als europäische Wettbewerbsbehörde hat das Vorhaben unter Bedingungen abgenickt. Allerdings hat das US-Justizministerium im August Klage gegen den elf Milliarden Dollar schweren Deal eingereicht. Der ausbleibende Wettbewerb könnte höhere Preisen für Flugreisende zu Folge haben, so die Befürchtungen des Ministeriums. Mit dem nun geschlossenen Vergleich, der noch von einem Gericht bestätigt werden muss, ist die Klage vom Tisch.