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Entscheidung der US-Notenbank:Fed will Geld billig halten

Der faktische Nullzins gilt auch in Zukunft: Die US-Notenbank Fed will an ihrem milliardenschweren Anleiheprogramm festhalten. Das könnte auch an dem kürzlichen Shutdown in den USA liegen.

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hält weiter an ihrer äußerst lockeren Geldpolitik fest. Dies teilte die Zentralbank nach einer zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses mit. Den Leitzins beließ die Fed unverändert bei null bis 0,25 Prozent.

Die Fed kauft derzeit monatlich Staatsanleihen im Umfang von 85 Milliarden Dollar (63,6 Milliarden Euro), um die US-Wirtschaft zu stützen. Sie sucht derzeit nach einem geeigneten Zeitpunkt, um aus dieser während der Finanz- und Wirtschaftskrise eingeleiteten ultralockeren Geldpolitik auszusteigen. Der Leitzins liegt seit Ende 2008 auf einem Rekordtief, als die schwere Finanzkrise begann.

Die jüngsten Konjunkturdaten gaben der Fed aber wenig Anlass, ihr milliardenschweres Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren einzuschränken. Auch der massive Schaden für die US-Wirtschaft durch den 16-tägigen Stillstand von Teilen der Bundesverwaltung wegen des Haushaltsstreits Anfang Oktober sprach gegen eine Drosselung der Anleihenkäufe.

Insgesamt fehlte der Fed für die aktuelle Entscheidung vermutlich auch wichtiges Datenmaterial. Die Arbeitslosenstatistik hatte sich wegen des US-Etatstreits und des 16 Tage andauernden Regierungsstillstandes deutlich verzögert. Die für Mittwoch geplante Veröffentlichung der neuesten Schätzung des Bruttoinlandsproduktes wurde zudem um zwei Wochen verschoben.

Die Fed verwies am Mittwoch darauf, dass die restriktive US-Haushaltspolitik "das Wirtschaftswachstum behindert". Außerdem sei die Arbeitslosigkeit zu hoch. Der faktische Nullzins sei angemessen, solange die US-Arbeitslosenquote höher sei als 6,5 Prozent, teilte die Notenbank erneut mit. Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit bei 7,2 Prozent. Die Notenbank will "mehr Belege" für eine Erholung der Wirtschaft abwarten, bevor das milliardenschwere Anleiheprogramm vorsichtig zurückgefahren wird.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/fran
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