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Entscheidung der Fed:Dow Jones klettert auf Rekordhoch

Der von Experten erwartete Kurswechsel bleibt aus: Trotz anziehender Konjunktur wagt die US-Notenbank noch keine Abkehr von der Politik des billigen Geldes. Die Federal Reserve kauft unverändert Anleihen in Milliardenhöhe. Die New Yorker Börse reagiert prompt.

Die Aussicht auf ungeschmälerte Konjunkturspritzen der US-Notenbank Fed hat den US-Aktienmärkten deutlich Auftrieb gegeben und zu Rekordhochs geführt. Die Börsenindizes reagierten mit deutlichen Kursgewinnen auf die überraschende Entscheidung der Zentralbanker um Fed-Chef Ben Bernanke, den Umfang der monatlichen Wertpapierankäufe zur Ankurbelung der Wirtschaft trotz anziehender Konjunktur bei 85 Milliarden Dollar zu belassen. Am Markt war eigentlich damit gerechnet worden, dass die Fed diese Summe um zehn bis 20 Milliarden Dollar reduzieren würde.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Börsenschluss deutlich im Plus. Zwischenzeitlich war der Leitindex auf fast 15.710 Zähler gestiegen und damit auf ein Rekordhoch. Mit fast 15.677 Punkten ging er schließlich aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 1726 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte auf 3783 Stellen. Vor der Fed-Mitteilung hatten die Indizes noch geringfügig im Minus notiert. Der Dollar fiel nach Bekanntgabe der Notenbank-Entscheidung zum Euro auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen gab auf 2,75 Prozent nach. Entsprechend stieg der Kurs um 27/32 auf 97-27/32.

Die Fed hält die Wirtschaft offenbar für noch nicht robust genug, um ohne Geldspritzen in der bisherigen Dosis auskommen zu können. Am ultra-niedrigen Leitzins von null bis 0,25 Prozent will die Notenbank aber noch mindestens solange festhalten, wie die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent verharrt. Im August lag sie bei 7,3 Prozent. Nach Ansicht von zwölf der 17 Fed-Notenbanker ist 2015 der richtige Zeitpunkt, um die Zinszügel wieder anzuziehen.