bedeckt München
vgwortpixel

Energiewende:Mehr Intelligenz gegen den Blackout

Es könnte ferner bedeuten, verschiedene, weit verstreute Ökostrom-Anlagen - etwa Windräder, Solarzellen und Biogas-Kraftwerke - so zu kombinieren, dass sie verlässlich und vorhersehbar bestimmte Strommengen liefern. Und es wirft die Frage auf, ob wirklich Windstrom vor allem dort geerntet werden soll, wo es am meisten Wind gibt - oder nicht stärker da, wo er verbraucht wird, auch im Süden. Manche Stromtrasse ließe sich so sparen.

Wie wenig solche Fragen derzeit diskutiert werden, beweist nur eines: Die politischen Protagonisten der Energiewende verharren in der alten Welt. In dieser alten Welt heißt "Versorgungssicherheit" allein, möglichst immer reichlich Kraftwerke zu haben. Dass sich der zu Recht gefürchtete Blackout auch durch mehr Intelligenz, durch Vernetzung und Steuerung verhindern lässt, ist dieser Welt weitgehend fremd. Entsprechend einseitig diskutieren Bund und Länder mit Leidenschaft über Ausbauquoten für Ökostrom und Subventionen für Kraftwerke, aber nicht über das System als solches. So steht die deutsche Energiewende nur auf einem Bein. Wächst das zweite Bein nicht bald nach, fällt sie irgendwann um.

© SZ vom 31.03.2014/luk/rus
Zur SZ-Startseite