Energieversorger EnBW bespitzelte Mitarbeiter

Suche nach Informanten: Auch der baden-württembergische Energieversorger EnBW hat Mitarbeiter und Gremienmitglieder überwacht.

Auch der Konzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat nach Informationen der Stuttgarter Zeitung Mitarbeiter und Gremienmitglieder überwacht, um Informanten von Journalisten aufzuspüren.

Spitzeleien bei EnBW - aber Gesprächsinhalte sollen nicht übermittelt worden sein

(Foto: Foto: ddp)

Nach einer Indiskretion aus dem Aufsichtsrat im Jahr 2005 wurden Telefon- und Mailverbindungen von Verdächtigen ausgewertet, wie das Blatt laut Vorabmeldung in seiner Mittwochsausgabe schreibt.

Anders als bei der Deutschen Telekom oder der Deutschen Bahn habe es keine großflächigen Kontrollen gegeben.

"Ein überschaubarer Personenkreis"

EnBW bestätigte die Überprüfung von Telefon- und Verbindungsdaten von E-Mails. Dies sei vor vier Jahren geschehen, anschließend habe der Konzern keine weiteren Kontrollen mehr veranlasst. "Weitere Überprüfungen hat es seit 2005 nicht gegeben", sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch auf Anfrage. Damals seien vertrauliche Informationen aus einer Aufsichtsratssitzung an die Presse gelangt.

"Von der Überprüfung war ein überschaubarer Personenkreis betroffen", sagte der Sprecher, ohne Zahlen zu nennen. Ein solcher Datenabgleich sei zulässig, solange nur die Verbindungen, nicht aber die Inhalte von Kommunikation überprüft würden.

Das Unternehmen habe in einer groß angelegten Untersuchung das gesamte Informations- und Kommunikationsnetz der EnBW analysieren wollen, sagte der Sprecher. In diesem Rahmen seien die Datenkontrollen aus dem Jahr 2005 erwähnt worden. Der von einer externen Wirtschaftskanzlei erstellte Untersuchungsbericht habe ergeben, dass die Aktion von 2005 rechtmäßig war.