Energiepolitik:Atomkraft, ja bitte

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton regt an, zur Abschaltung vorgesehene Kernkraftwerke doch weiterzubetreiben, um mit deren Strom Wasserstoff herzustellen. Die Atommeiler sollten wie geplant vom Netz genommen werden, damit Stromversorger in Windparks oder Solaranlagen investieren, sagte der Franzose in einem Gespräch mit der SZ. Doch anstatt die Kernkraftwerke sofort abzubauen, könnten EU-Regierungen sie "zwei, drei, vier, fünf Jahre" für die Produktion von Wasserstoff vorsehen, "natürlich unter hundertprozentiger Beachtung aller Sicherheitsvorschriften". Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle im ehrgeizigen Klimaschutz-Programm der EU. So sollen Stahlwerke, Lastwagen, Schiffe oder Flugzeuge künftig Wasserstoff anstatt klimaschädlicher Treib- und Brennstoffe verwenden. Elektroantriebe würden in diesen Bereichen nicht gut funktionieren. In der EU obliegt es den nationalen Regierungen, über den Energiemix zu entscheiden. Breton sagt, er respektiere das natürlich, aber seiner Einschätzung nach "gibt es keine Möglichkeit, die Klimaziele für 2050 zu erreichen, ohne Kernenergie weiter zu nutzen". Schließlich lasse der grüne Umbau der Wirtschaft den Strombedarf rasant steigen.

© SZ vom 02.09.2021 / bfi
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