Das Gebäude, in dem die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris ihren Sitz hat, ist hässlich – ein Bau in Brutalismus-Architektur. Dafür ist der Ausblick spektakulär, der Eiffelturm erscheint zum Greifen nahe. Den besseren Blick auf das Pariser Wahrzeichen überlässt Fatih Birol Besuchern, in ruhigeren Zeiten kann auch er ihn genießen. Seit Beginn des Iran-Kriegs ist der IEA-Chef ein gefragter Gesprächspartner für Regierungen und Medien. Der 68-Jährige ist gebürtiger Türke, er hat in Wien in Energiewirtschaft promoviert und spricht gut Deutsch. Die Organisation mit 32 Mitgliedern leitet er seit 2015. Durch den Iran-Krieg kam der IEA plötzlich eine wichtige Rolle zu – auch in der Öffentlichkeit wahrnehmbar. Die Organisation koordinierte die Freigabe der Ölreserven und hat den Überblick über die Energieversorgung weltweit.
Internationale Energieagentur„Wir werden die Folgen viele Monate spüren, wenn nicht Jahre“
Lesezeit: 7 Min.

Auch wenn sich die Lage in Nahost kurzfristig beruhigt hat, wird die Energiekrise lange nachwirken, warnt IEA-Chef Fatih Birol. Ein Tempolimit auf Autobahnen ist für ihn auch in Deutschland denkbar – und den Atomausstieg hält er für einen historischen Fehler.
Interview von Alexandra Föderl-Schmid
