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Energie - Neckarwestheim:Atomkraftwerk für Sicherheitscheck vom Netz

Atomkraft
Block I (hinten) und Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Neckarwestheim (dpa/lsw) - Für die jährliche Sicherheitsüberprüfung und Instandhaltungsarbeiten ist Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) am Freitag vom Netz genommen worden. Rund 2500 einzelne Tätigkeiten stehen nach Angaben des Karlsruher Energiekonzerns EnBW an, darunter der Austausch von Brennelementen, Inspektionen von Turbinen und Untersuchungen an allen rund 16.400 Heizrohren der vier Dampferzeuger.

"Diese Tätigkeiten sind überwiegend nur bei abgeschalteter Anlage möglich", erklärte der Leiter der Anlage, Andre Knapp, laut Mitteilung. Wie lange die sogenannte Revision dauern wird, ist noch nicht absehbar. Aktuell ist einem Sprecher zufolge geplant, die Arbeiten voraussichtlich bis etwa Mitte Juli abzuschließen.

Der 1989 in Betrieb gegangene Druckwasserreaktor hat eine Leistung von 1400 Megawatt. Die Anlage hat den Angaben nach im vergangenen Jahr mehr als elf Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Das entspricht rund einem Sechstel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. Maximal bis Ende 2022 wird der Block II Strom erzeugen, dann ist infolge des Atomausstiegs Schluss. Schon jetzt wird ein schneller Rückbau geplant. Neckarwestheim II ist die einzige kerntechnische Anlage, mit der EnBW noch Strom erzeugt. Die anderen Atomreaktoren, darunter auch Block I, werden schon zurückgebaut.

Atomkraftgegner fordern, dass Block II schneller stillgelegt wird. Am Mittwoch hatten die Initiative .ausgestrahlt und der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar mitgeteilt, mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim eine einstweilige Anordnung zur Stilllegung erreichen zu wollen. Sie haben ein Gutachten erstellen lassen, wonach Rohrbrüche drohen könnten. Die EnBW hat diese Vorwürfe stets bestritten und das Rohrsystem nach eigenen Angaben schon mehrfach auf Schwachstellen hin untersucht.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-954662/3

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