Energie - Lauchhammer:Vestas-Standort in Lauchhammer wird abgewickelt

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Anlagenbau
Windräder drehen sich in einem Windpark. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Lauchhammer (dpa/bb) - Der Standort des Windanlagenbauers Vestas in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) ist nun formell geschlossen. Der Termin 30. Juni war in einem Sozialplan vereinbart worden, wie die Gewerkschaft IG BCE mitteilte. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten aber noch einige Beschäftigte in der Anlage, um sie abzuwickeln.

Vestas hatte im vergangenen Jahr beschlossen, das Werk sowie zwei weitere europäische Standorte zu schließen. Die Produktion endete zum Jahreswechsel. Die meisten der einst 460 Beschäftigten haben das Unternehmen schon verlassen oder sind in die eingerichtete Transfergesellschaft gewechselt, wie die IG BCE am Dienstag mitteilte.

Nach Angaben des Brandenburger Wirtschaftsstaatssekretärs Henrik Fischer gibt es Interessenten für das Werk. "Inzwischen sind diese Gespräche ganz gut gelaufen. Ich würde sogar sagen, sie nähern sich einem positiven Ende an", sagte Fischer dem RBB. Er rechne mit einer Mitteilung in den kommenden Wochen.

Der Windkraftausbau war in den vergangenen Jahren nur schleppend vorangegangen. An Land fehlen oft Flächen, zudem bremsen lange Planungs- und Genehmigungsverfahren, es gibt Proteste und Klagen. Die neue Bundesregierung will aber erreichen, dass wieder mehr Windräder aufgestellt werden.

Schon 2019 waren bei Vestas in Lauchhammer 500 Stellen weggefallen. Im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen an, den Bedarf der Kunden nun ganz aus seinen anderen Rotorblattfabriken auf der ganzen Welt zu decken. Auch für Standorte in Dänemark und Spanien gab es Schließungsbeschlüsse.

Die Gewerkschaft warf der Bundes- und der Landesregierung vor, Vestas' Weggang trotz öffentlicher Förderung nicht verhindert zu haben. "Der 30. Juni ist in dieser Hinsicht ein Datum zum Mahnen in der Lausitz", hieß es.

© dpa-infocom, dpa:220630-99-864022/2

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