Energie:Gesellschaft für Tiefen-Geothermie in Erfurt vor Gründung

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Das Rathaus der Landeshauptstadt Erfurt. (Foto: Martin Schutt/dpa)

Um sich für den Energiebedarf der Zukunft aufzustellen, plant Erfurt ein großes Tiefen-Geothermie-Projekt. Dafür soll Potenzial genutzt werden, das unter weiten Teilen Thüringens schlummert.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Erfurt (dpa/th) - Um viele Haushalte der Landeshauptstadt künftig mit Energie aus Tiefen-Geothermie zu versorgen, wird in Erfurt eine eigene Gesellschaft gegründet. Als Tochterunternehmen der kommunalen Stadtwerke Erfurt (SWE) soll die SWE Geothermie GmbH verantwortlich für das Projekt sein. „Wir wollen so etwas wie eine Fußbodenheizung verlegen“, sagte SWE-Geschäftsführer Peter Zaiß am Donnerstag in Erfurt. Der Geothermie-Gesellschaft werden in den nächsten Jahren für den Anlauf bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Für das Projekt soll mittels einer in Deutschland neuen Technologie eine Granitschicht angezapft werden, die unter Teilen des Thüringer Beckens liegt. In einem ersten Schritt soll ein sogenanntes 3D-Seismik-Modell des Untergrunds unter dem angepeilten Areal erstellt werden. Dazu fahren spezielle Messfahrzeuge das südlich von Sömmerda und nördlich von Erfurt gelegene Gelände ab. Ziel sei es, 2027 mit einer Probebohrung bis zu einer Tiefe von mindestens 4500 Metern zu beginnen, sagte der Geschäftsführer der Geothermie-Gesellschaft in spe Kay Eberhardt. Im Idealfall würde die Technologie dann ab 2030 Wärme aus der Erde liefern.

Von 300 Millionen Euro Investitionssumme geht Zaiß für das gesamte Projekt aus. Allein die Probebohrung werde schätzungsweise 40 Millionen Euro kosten. Zudem ist das Vorhaben mit wirtschaftlichen Risiken verbunden. So würde erst durch die Probebohrungen selbst klar werden, mit welchem Wärmeertrag genau zu rechnen sei, so Eberhardt. Dennoch sei die Tiefen-Geothermie für Erfurt wirtschaftlich sinnvoll, betonte Eberhardt unter anderem mit Verweis auf das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Ein Problem seien die hohen Kosten dennoch. Fördermittel sollen eingeworben werden.

Zaiß sieht zudem Potenzial über Erfurt hinaus: „Das Vorhaben ist eine Blaupause für Thüringen von Eisenach bis Gera.“ Auch in anderen Bundesländern gebe es Möglichkeiten. Bislang läuft ein vergleichbares Projekt in Deutschland im bayerischen Geretsried, wo das aus Kanada stammende Geothermie-Verfahren auch zum Einsatz kommen soll.

Bei dem speziellen Geothermie-Verfahren wird Wasser über ein Rohrsystem mehrere Kilometer in die Tiefe geleitet, erwärmt sich dort im idealerweise bis zu 180 Grad heißen Gestein und steigt an die Oberfläche - ohne Einsatz von Pumpen.

© dpa-infocom, dpa:240523-99-138116/3

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