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Energie - Düsseldorf:Verbraucherzentrale NRW sieht Spielraum für Preissenkung

Deutschland
Ein Gaszähler.). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht bei den Gasversorgern im Land Spielraum für Preissenkungen. Zahlreiche Grundversorger hätten die gesunkenen Großhandelspreise nicht an die Verbraucher weitergegeben, kritisierten die Verbraucherschützer am Mittwoch. "Die Beschaffungskosten für Gas sind seit gut zwei Jahren im Sinkflug. Eine Kilowattstunde kostet die Versorger heute im Schnitt rund einen Cent weniger als im Sommer 2018", sagte ihr Energieexperte, Udo Sieverding.

Trotzdem seien die Kundenpreise unverändert und in manchen Städten sogar gestiegen. Das liege nicht nur an Netzentgelten, Abgaben, Steuern oder anderen Preisbestandteilen, die die Firmen nicht beeinflussen könnten, betonte Sieverding. Er verwies dabei auf eine Untersuchung der Verbraucherzentrale zu den Gas-Grundversorgungspreisen in den 20 einwohnerstärksten Städten Nordrhein-Westfalens.

Dazu seien alle Steuern, Konzessionsabgaben und Netzentgelte sowie die Kosten für Gaszähler und Messung vom Endkundenpreis abgezogen worden. Übrig bleibe ein Block für Beschaffung, Vertrieb und die Handelsspanne. Dieser Block sei trotz der gesunkenen Beschaffungspreise in den vergangenen zwei Jahren bei der Mehrheit der Unternehmen größer geworden. Die Verbraucherzentrale geht deshalb bei diesen Versorgern von gestiegenen Gewinnmargen aus.

Der Dortmunder Energieversorger DEW21 verwies auf seine langfristige Beschaffungsstrategie. Man kaufe das Gas nicht über den Kurzfristhandel ein, sagte ein Sprecherin. "Aus dem Grund können wir gesunkene Beschaffungspreise nicht in der Form berücksichtigen wie Versorgungsunternehmen, die ihre Mengen erst wenige Tage vor Lieferung einkaufen."

Bei den Stadtwerken Duisburg hieß es, die überwiegende Mehrheit der Kunden beziehe Gas zu günstigeren Sonderkonditionen. In den teureren Tarif der Grundversorgung, der jedem Verbraucher angeboten werden müsse, flössen auch hohe Forderungsausfälle oder die Finanzierung von Beratungsstellen bei der Verbraucherzentrale mit ein.

Einen als besonders teuer geltenden Grundversorgungstarif haben nach Angaben der Bundesnetzagentur allerdings nur relativ wenige Haushalte. 2018 waren es deutschlandweit nur noch 18 Prozent aller Haushaltskunden. Damit sei die Grundversorgung die "unpopulärste Belieferungsart", stellte die Bundesnetzagentur fest.

Nach Analysen der Vergleichsportale Verivox und Check24 dürften die Gaspreise im kommenden Jahr steigen. Grund seien der Start des CO2-Preises sowie höhere Netzentgelte. 2021 startet die CO2-Bepreisung im Verkehr und bei Gebäuden. Der Emissionshandel beginnt mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. Laut Umweltministerium bedeutet dies, dass etwa Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer wird.

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