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Energie - Brünzow:Schwimmende Windkraftanlage bestand Test

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Monteure verankern das Modell einer Anlage mit schwimmenden Windrädern im Greifswalder Bodden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Stuttgart/Greifswald (dpa/mv) - Die vom Energieversorger EnBW und dem norddeutschen Ingenieurunternehmen aerodyn engineering entwickelte schwimmende Windkraftanlage "Nezzy²" hält nach Firmenangaben auch extremen Wetterbedingungen auf See stand. Wie die Unternehmen am Montag mitteilten, verlief der zweimonatige Test mit einem 18 Meter hohen Prototyp im Maßstab 1:10 im Greifswalder Bodden erfolgreich. Dabei habe die Anlage mit zwei schräg zueinander angeordneten Windrädern Mitte Oktober auch einer Sturmflut getrotzt, die umgerechnet auf die spätere Originalgröße Wellenhöhen von bis zu 30 Meter entsprochen habe.

"Wir konnten eineinhalb Tage beobachten, wie Nezzy² unter extremen Wetterbedingungen stabil im Wasser lag. Unsere Tests haben bewiesen, dass unser Modell jetzt bereit ist, in Originalgröße im Meer getestet zu werden", konstatierte aerodyn-Geschäftsführer Sönke Siegfriedsen.

Nach Angaben einer EnBW-Sprecherin will der baden-württembergische Energieversorger bei seinen internationalen Offshore-Projekten auch schwimmende Windkraftanlagen einsetzen. Die mit dem Modell erhobenen Messdaten würden ausgewertet und die Ergebnisse in die Konstruktion einer Anlage in Originalgröße einfließen, die dann Ende 2021 oder Anfang 2022 in China getestet werden solle. Die beiden Turbinen sollen zusammen eine Leistung von 15 Megawatt haben.

Bislang werden Offshore-Windkraftanlagen mit feststehenden Fundamenten im Meeresboden verankert. Dabei gilt bislang eine Wassertiefe von 50 Meter als Maximum. Schwimmende Anlagen, die mit Stahlseilen in Position gehalten werden, können auch in deutlich tieferen Gewässern eingesetzt werden.

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