Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben
ihren Austritt aus der Öl-Allianz Opec und dem erweiterten Verbund Opec+ erklärt. Der Schritt werde am 1. Mai erfolgen, berichteten staatliche Medien. Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die Exportländer und deren De-facto-Anführer Saudi-Arabien. Die VAE mit ihren sieben Emiraten sind einer der größeren und technisch fortgeschrittenen Ölexporteure; ihr Ausstieg verkleinert das Kartell und damit potenziell seine Preissetzungsmacht. Die VAE, zu den bekanntesten Emiraten gehören Dubai und Abu Dhabi, könnten künftig unabhängig von OPEC‑Quote fördern und exportieren, was theoretisch das Angebot erhöhen und Preise etwas dämpfen könnte – praktisch hängt jedoch viel davon ab, wie viel sie dann tatsächlich zusätzlich produzieren und wie andere OPEC‑Mitglieder und hier insbesondere Saudi‑Arabien reagieren.
US-Präsident Trump dürfte sich freuen
Für US-Präsident Donald Trump ist der Austritt der VAE ein großer Erfolg. Er hatte der Opec häufig vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise „auszunehmen“, und das, obwohl die USA die Opec-Staaten militärisch unterstützen würden.
Dem Austritt war scharfe Kritik der VAE an anderen arabischen Staaten vorausgegangen. Das Land, das als regionales Wirtschaftszentrum und einer der wichtigsten Verbündeten Washingtons gilt, warf seinen Nachbarn vor, es während des Kriegs nicht ausreichend vor den zahlreichen iranischen Angriffen geschützt zu haben. Nachdem Israel und die USA Iran angegriffen hatten, begann Iran Raketen auf die arabischen Nachbarländer abzuschießen. Einige Ölförderanlagen wurden dadurch zerstört.
Opec+ kontrolliert 40 Prozent der globalen Ölförderung
Der Opec gehören zwölf Staaten an, darunter neben VAE auch Iran, Irak, Kuwait und Venezuela. Sie hat ihren Sitz in Wien und koordiniert die Ölpolitik ihrer Mitgliedstaaten, um stabile Ölpreise zu sichern und Schwankungen auf den Märkten zu vermeiden. Dem Bündnis Opec+ gehören zusätzlich einige wichtige Öl‑Exporteure außerhalb der OPEC an, dazu gehört Russland, aber auch Länder wie Mexiko, Aserbaidschan oder Kasachstan. Die Gruppe kontrolliert zusammen etwa 40 Prozent der globalen Ölförderung.
Die Opec-Produzenten am Golf haben wegen der iranischen Blockade große Schwierigkeiten, ihre Exporte durch die Straße von Hormus zu transportieren. Durch die schmale Meerenge wird normalerweise ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases verschifft.

