Theranos-Skandal:Elizabeth Holmes legt Berufung gegen Gefängnisstrafe ein

Theranos-Skandal: Elizabeth Holmes soll eine lange Haftstrafe verbüßen, weil sie Investoren getäuscht und Patienten durch eine gefälschte Bluttesttechnologie gefährdet hat, so der Richter. Ihre Anwälte legen nun Berufung ein.

Elizabeth Holmes soll eine lange Haftstrafe verbüßen, weil sie Investoren getäuscht und Patienten durch eine gefälschte Bluttesttechnologie gefährdet hat, so der Richter. Ihre Anwälte legen nun Berufung ein.

(Foto: Jeff Chiu/AP)

Vor zwei Wochen wurde die Gründerin wegen Betrugs zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt. Nun wollen ihre Anwälte das Urteil anfechten - ohne Gründe dafür zu liefern.

Elizabeth Holmes hat gegen ihre Verurteilung wegen Betrugs Berufung eingelegt, zwei Wochen nachdem sie zu mehr als elf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil sie Investoren mit ihrem Bluttest-Startup Theranos getäuscht hatte.

Die Anwälte von Holmes, 38, reichten am späten Freitag vor dem Bundesgericht in San José, Kalifornien, eine einseitige Berufungsschrift ein, ohne dafür Gründe anzugeben.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sagen Rechtsexperten, dass ihre Berufung zwar erwartet wurde, die Chancen aber eher schlecht stünden.

Höhenflug und Absturz

Die Berufung ist ein weiteres Kapitel einer jahrelangen Geschichte, die das Silicon Valley in Atem hielt und Bücher, Fernsehdokumentationen, Podcasts und Filme über die Studienabbrecherin der Stanford University inspirierte. Ihr Neun-Milliarden-Dollar- Imperium brach zusammen, als die Technologie der Bluttests als Fälschung entlarvt wurde.

Ein Geschworenengericht verurteilte Holmes wegen vierfachen Betrugs und Verschwörung, weil sie wusste, dass die Bluttestgeräte, die sie Investoren als revolutionär anpries, in Wirklichkeit nicht funktionierten.

Holmes' Ex-Partner, Theranos-Präsident Ramesh "Sunny" Balwani, wurde separat angeklagt und im Juli verurteilt. Das Strafmaß soll am Mittwoch verkündet werden. Vor Gericht muss außerdem noch entschieden werden, ob Holmes auf Kaution freigelassen werden darf. Die 38-jährige hatte das beantragt. Der Prozess könnte den Verteidigern zufolge noch Jahre dauern.

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