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Elektronikbranche:Sony-Aktie bricht ein

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Die Playstation ist der wichtigste Umsatzbringer für den Sony-Konzern, doch ist auch das jüngste Modell 4 bereits sechs Jahre alt.

(Foto: Patrick T. Fallon/Bloomberg)

Der japanische Hersteller der Playstation leidet nicht nur unter den mittlerweile veralteten Konsolen, sondern auch unter einem rückläufigen Handymarkt. Da helfen auch die verkündeten Rekordgewinne nicht.

Von Christoph Neidhart, Tokio

Trotz der Rekordzahlen, die der Elektronikkonzern Sony verkündet hatte, ist die Sony-Aktie am Montag um acht Prozent eingebrochen. Der Playstation-Hersteller hatte am Freitag nach Börsenschluss für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Rekordprofit gemeldete und seine Gewinnerwartung für das ganze Jahr um 130 Milliarden Yen auf 835 Milliarden angehoben, umgerechnet 6,6 Milliarden Euro.

Sony muss allerdings einen Umsatzrückgang von etwa 0,5 Prozent bei den Smartphones um 200 Milliarden Yen verzeichnen. Eher überrascht zeigten sich Analysten in Tokio, dass auch der Verkauf von Bildsensoren für Smartphones und Kameras, die Sony an andere Hersteller liefert, ebenfalls leicht rückläufig ist. Sony erklärt das unter anderem mit einer schwächeren Smartphone-Nachfrage in Japan, Europa und Asien. Mit etwa 42 Prozent Marktanteil ist Sony bei Bildsensoren weltweit Marktführer.

Das Unternehmen setzt mittlerweile mehr Geld mit hochwertigen Komponenten wie Bildsensoren um, als mit Endgeräten. Dennoch dürfte der nicht ganz unerwartete Kurssturz mit dem angekündigten Rückgang der Smartphone-Verkäufe der Marke Sony zu erklären sein. Die Börse hat noch nicht akzeptiert, dass Sony im Smartphone-Sektor vor allem ein Zulieferer ist.

Sonys wichtigste Einnahmequelle ist die Playstation. Das jüngste Modell, die Playstation 4, ist allerdings bereits sechs Jahre alt. Derzeit verdient Sony vor allem mit Software für die Spielekonsole; das Software-Abo "Playstation Plus" hat mehr als 36 Millionen Nutzer. Aber auch diese Einnahmen sind rückläufig. Sonys Finanzchef Hiroki Totoki sagte, diese Zahlen entsprächen den Erwartungen des Unternehmens. Angesichts ökonomischer und geopolitischer Risiken "können wir jedoch nicht optimistisch sein". Der Smartphone-Markt bleibe längere Zeit schwierig.

Die Sony-Aktie hat seit dem September 2018 um 20 Prozent nachgegeben. Sony ist nicht die einzige japanische Elektronikfirma, deren Aktie unter Druck steht. Der Spielekonsolen-Hersteller Nintendo hat gerade bekannt gegeben, für das laufende Jahr mit dem Verkauf von nur 17 Millionen Einheiten anstatt bisher 20 Millionen zu rechnen. In der Folge brach die Nintendo-Aktie am Freitag um neun Prozent ein, die Hälfte machte sie am Montag aber wieder wett. Der Elektronikkonzern Panasonic musste seine Gewinnerwartungen ebenfalls um fast zehn Prozent reduzieren. Nachdem Japans Elektronikkonzerne in den vergangenen Jahren einschneidende Umstrukturierungen durchmachten und sich erst jüngst davon erholt haben, belastet nun jenseits des schwachen Smartphone-Geschäfts auch der schwelende Handelskrieg zwischen den USA und China ihr Geschäft.

© SZ vom 05.02.2019
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