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Elektronik - Arnstadt:IG Metall dringt auf schnelle Lösung bei Bosch in Arnstadt

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Arnstadt (dpa/th) - Im Konflikt um den Bosch-Standort in Arnstadt dringt die Gewerkschaft IG Metall auf eine schnelle Lösung für die rund 100 Mitarbeiter. Rund ein Jahr nach der Verkündung der Schließung sei es unsäglich, dass die Beschäftigten immer noch freigestellt seien, sagte IG-Metall-Vertreter Kirsten Breuer am Dienstag. Am Abend kamen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter zu Gesprächen mit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zusammen.

"An das Engagement von Bosch waren in der Region große Hoffnungen geknüpft", sagte Tiefensee. Diese hätten sich nicht erfüllt. "Meine Erwartung ist dennoch, dass Bosch jetzt nicht einfach den Rückzug antritt, sondern eine Fortführung des Standorts ernsthaft prüft und dazu auch die Ansiedlung von Neugeschäft ins Auge fasst."

Im Juli 2021 hatte Bosch bekanntgegeben, die Fertigung von Lichtmaschinen für Verbrennermotoren am Standort Arnstadt Ende 2022 einzustellen. Seit Ende 2021 sind die Beschäftigten freigestellt, erhalten aber weiter ihren Lohn. Es gebe keine Kundenaufträge mehr, hieß es von Bosch.

Die Ansiedlung neuer Produkte in Arnstadt sei "intensiv geprüft" worden, sie sei aber aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen nicht vertretbar. "Selbstverständlich lassen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation nicht allein und wollen sie auf dem Weg von Arbeit in Arbeit begleiten", sagte der Geschäftsführer von Robert Bosch Elektronik Thüringen, Lutz Welling.

Seit Anfang März laufen Gespräche zwischen Bosch und der Arbeitnehmerseite über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Während Bosch von Gesprächen "in konstruktiver Atmosphäre" berichtet, verlaufen diese aus Sicht der Gewerkschaft "nicht erfolgversprechend".

© dpa-infocom, dpa:220615-99-677713/4

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