Elektrischer Lkw:Der Laster gegen das Laster

ALDI SÜD bringt ersten Elektro-Sattelzug mit Kühlung auf die Straße

E-Lkw von Aldi Süd: Bislang sind Elektro- und Gasfahrzeuge in der Landfracht noch wenig verbreitet.

(Foto: oh)

Aldi Süd testet derzeit einen batteriebetriebenen Sattelzug.

Von Benedikt Müller

Der Anblick ist reichlich ungewohnt: Da hängt ein gestandener Vierzigtonner mit seinem Kabel an der Schnellladesäule und tankt Strom. Und während er fährt, ist kein Motorknattern zu hören, wie man es eigentlich von einem Lastwagen kennt. Seit diesem Donnerstag testet die Handelskette Aldi Süd einen batteriebetriebenen Sattelzug mit Kälteaggregat. Mindestens fünf Jahre lang will ihn das Unternehmen nun einsetzen, um Lebensmittel zu seinen etwa 50 Filialen im Ruhrgebiet zu liefern.

"Der große Vorteil des E-Lkw ist, dass er komplett abgas- und CO₂-frei ist und zudem geräuscharm fährt", sagt Andreas Kremer, Logistikmanager von Aldi Süd. Die Handelskette wolle überprüfen, wie praxistauglich alternative Antriebe bereits seien. Bislang sind Elektro- und Gasfahrzeuge in der Landfracht noch weniger verbreitet als im privaten Autoverkehr.

Bei dem Experiment kommt Aldi zugute, dass der Ruhrpott dicht besiedelt ist. Daher muss der elektrische Laster keine allzu großen Strecken zu den Filialen zurücklegen. Das Unternehmen lädt die Batterie des Vierzigtonners mit Grünstrom auf, damit die Ökobilanz des Prototypen auch wirklich aufgehen kann. Als weitere Alternativtechnologie testet Aldi Süd seit diesem Sommer vier Erdgas-Lkw in anderen Regionen.

Für die Testfahrten unter Strom hat das Unternehmen Framo einen herkömmlichen Diesellaster für den alternativen Antrieb umgerüstet. Der Dienstleister aus Thüringen hat sich auf die Fahnen geschrieben, Nutzfahrzeuge zu "dekarbonisieren", also CO₂-frei umzubauen. Dies lohnt sich aus Sicht von Framo vor allem für Transporte innerhalb von Städten, Häfen, großen Werken oder den Verkehr zwischen zwei Fabriken.

Für Aldi Süd ist der E-Lkw ein weiterer Versuch, die CO₂-Emissionen des Unternehmens zu senken. Die großen Handelsketten wetteifern zusehends um Ideen, ihr Geschäft etwas umweltfreundlicher zu gestalten. Beispielsweise hat Aldi Solarzellen auf viele Filialen geschraubt, Lidl nutzt hierfür Logistikzentren. Und auch Konkurrenten wie Rewe oder Penny verkaufen keine Plastiktüten mehr an der Kasse.

© SZ vom 14.09.2018
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