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Einzelhandel - Leipzig:Hunderte Verkäufer streiken für mehr Lohn im Einzelhandel

Leipzig (dpa) - Beschäftigte im Einzelhandel haben am Dienstag in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Arbeit erneut niedergelegt. Insgesamt beteiligten sich rund 600 Menschen an den Aktionen und forderten mehr Lohn, sagte Verdi-Handelsexperte Jörg Lauenroth-Mago am Dienstag. Seit Anfang Juni hat die Gewerkschaft bislang an 17 Tagen zum Streik aufgerufen. "Höhepunkt" seien die Aktionen am Montag und Dienstag gewesen, so der Sprecher. Am Mittwoch soll die dritte Verhandlungsrunde in Weimar stattfinden.

Vor allem in Filialen von Kaufland seien die Arbeitsniederlegungen zu spüren gewesen, sagte Lauenroth-Mago. Ihm zufolge standen vor der Kaufland-Filiale in Altenburg 40 Verkäuferinnen und Verkäufer, nur drei arbeiteten weiter. "Da geht nichts mehr", sagte Lauenroth-Mago. Auch in den Primark-Läden in Leipzig und Dresden seien Mitarbeiter dem Streikaufruf gefolgt. Außerdem legten in den Möbelhäusern von Ikea sowie bei Karstadt Sport in Dresden in Erfurt Beschäftigte ihre Arbeit nieder.

"Die Streiks missfallen uns", sagte René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Mitteldeutschland. Es läge an Verdi, den Arbeitgebern entgegenzukommen. "Wir haben sowohl in der ersten als auch der zweiten Verhandlungsrunde Angebote abgegeben", sagte Glaser.

Die Gewerkschaft Verdi forderte für die rund 256 000 Beschäftigten im Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bisher 2 Cent mehr pro Minute, umgerechnet 7,6 Prozent Plus. Die Arbeitgeber boten auf zwei Jahre verteilt eine Anhebung um 1,7 Prozent sowie 1,2 Prozent an. Zudem wollen sie das Urlaubsgeld erhöhen, das in einen Beitrag zur Altersvorsorge umgewandelt werden kann.

"Ich bin guter Dinge und erwarte eine Einigung", sagte Lauenroth-Mago mit Blick auf die Verhandlungen am Mittwoch. Der Grund: Im großen Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen wurde Anfang Juli der Durchbruch erzielt. Dennoch wolle Verdi in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auch regionale Themen berücksichtigen. Etwa müsse darauf geachtet werden, dass die Lohndifferenzen nicht größer werden, sagte der Verdi-Sprecher.