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Einigung zwischen NRW und Nokia:60 Millionen Euro für Bochum

Nokia hat die Produktion in Bochum dicht gemacht, doch die Stadt soll entschädigt werden. 60 Millionen Euro werden investiert, darauf einigte sich der Konzern mit dem Land Nordrhein-Westfalen - für Nokia ein lohnender Deal.

Die Region Bochum bekommt Hilfe. 60 Millionen Euro werden nach dem Rückzug des Handykonzerns Nokia in ein Finanzprogramm investiert, darauf einigte sich das Unternehmen mit dem Land Nordrhein-Westfalen. Nokia und das Land stellen jeweils 20 Millionen Euro für das Programm "Wachstum für Bochum" zur Verfügung. Dazu kommen die Einnahmen aus dem Verkauf des Betriebsgeländes und die Errichtung eines Gründerzentrums durch Nokia.

Das Nokia-Werk in Bochum ist geschlossen - nun fließen 60 Millionen Euro in ein Finanzprogramm.

(Foto: Foto: dpa)

Zudem will der Konzern einen Lehrstuhl an der Bochumer Universität gründen oder eine vergleichbare Einrichtung schaffen, um die kommerzielle Nutzung wissenschaftlicher Forschung sicherzustellen.

Damit sei der Streit um Rückzahlungen von Fördergeldern vom Tisch, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Ziel des Programms sei es, neue Arbeitsplätze zu schaffen und neue Unternehmen in die Region Bochum zu locken.

Teure Werksschließung

Für Nokia lohnt sich dieser Deal, denn ursprünglich hatte die Landesregierung von dem Unternehmen 60 Millionen Euro zurückverlangt. Die Firma, so die damalige Begründung, hatte offenbar in Bochum weniger Arbeitsplätze geschaffen hatten als vereinbart. Das Ministerium hatte sogar mit einer Klage gedroht, falls Gespräche über die Zukunftsperspektiven für den Standort und die Region nicht zufriedenstellend verlaufen würden.

Ingesamt kostet Nokia die Werksschließung damit deutlich mehr als 200 Millionen Euro. Der Konzern hatte bereits einen Sozialplan für die rund 2300 Bochumer Nokia-Mitarbeiter im Volumen von rund 200 Millionen Euro vereinbart. Nokia stimmte der Gründung einer Transfergesellschaft zu, in der arbeitslos werdende Mitarbeiter nach Ablauf der Kündigungsfrist zwölf Monate lang beschäftigt werden können. Das Werk wurde zum 30. Juni geschlossen, die Beschäftigten waren aber bereits zum 1. Mai freigestellt worden.

Mitte Januar hatte Nokia angekündigt, aus Kostengründen die Produktion nach Rumänien zu verlagern, zum großen Teil in ein neues Werk. Die Ankündigung im Januar hatte bundesweit für Proteststürme gesorgt. Mit dem Rückzug von Nokia hat Deutschland als Produktionsstandort für Handys endgültig ausgedient.

© sueddeutsche.de/dpa/Reuters/tob/mel
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