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Zulieferer-Streit:Volkswagen einigt sich mit Zulieferern

  • VW hat sich mit den beiden Zulieferern der Prevent-Gruppe geeinigt, die den Autohersteller nicht mehr mit Teilen beliefern.
  • Zwischen Volkswagen und den beiden wichtigen Teilezulieferern tobte seit Tagen ein Streit um die Kündigung von Aufträgen.
  • Weil die Zulieferer nicht mehr lieferten, stehen bei Volkswagen teilweise die Bänder still.

Seit Montagmittag hatten sie verhandelt. Nun gibt es ein Ergebnis: Volkswagen und die beiden Zulieferer ES Automobilguss und Car Trim haben ihren seit Tagen andauernden Streit beigelegt. "Einvernehmlich und mit langfristiger Perspektive" für eine künftige Zusammenarbeit, wie die SZ aus Branchenkreisen erfuhr. Dem Vernehmen nach verhandelte der Autohersteller mit den Zulieferern bis kurz vor acht am Morgen.

Inzwischen hat auch der Volkswagen-Konzern in einer Mitteilung bestätigt, dass er sich mit den Zulieferern geeinigt hat. Die Lieferanten nehmen demnach die Belieferung von Volkswagen kurzfristig wieder auf. Die betroffenen Standorte bereiten schrittweise die Wiederaufnahme der Produktion vor. Über die genauen Inhalte der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Zulieferer-Branche fürchtet sich vor weiteren Auswirkungen

Zwischen Volkswagen und den beiden wichtigen Teilezulieferern tobt seit Tagen ein Streit um die Kündigung von Aufträgen. Die beiden sächsischen Zulieferer, die zur Unternehmensgruppe Prevent gehören, hatten den Autobauer nicht mehr mit Getriebeteilen und Sitzbezügen beliefert. Bei VW stehen deswegen viele Bänder still, bislang sind etwa 28 000 VW-Mitarbeiter betroffen. Allen voran ruht die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg. Der Autobauer sprach von "Flexibilisierungsmaßnahmen bis hin zu Kurzarbeit".

Die Zulieferer-Branche befürchtet bereits Auswirkungen auch auf andere Lieferanten. Bei der Firma ES Automobilguss in Schönheide im Erzgebirge ist für diesen Dienstag eine Betriebsversammlung geplant. Daraus erhofften sich die Arbeitnehmervertreter Antworten auf die vielen Fragen zur Zukunft des Zulieferers.

Volkswagen hatte betont, auf eine gütliche Einigung zu setzen. Der Autobauer hatte aber daneben angekündigt, notfalls alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Das Landgericht Braunschweig hatte einstweilige Verfügungen erlassen, welche die Lieferanten zur Wiederaufnahme der Belieferung verpflichten. VW könnte aber frühestens Ende dieser Woche seine Ansprüche per Gerichtsvollzieher durchsetzen und die Teile holen lassen.

© SZ.de/dpa/thf/mahu
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