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Reichste Frau der Welt:L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist tot

Liliane Bettencourt - aufgenommen am 18. April 2005 im Elysee-Palast in Paris.

(Foto: AFP)

Die 94-jährige Französin war die Hauptanteilseignerin am Kosmetikkonzern und laut Forbes-Rangliste die reichste Frau der Welt. Bekannt war sie zuletzt aber wegen einer Parteispendenaffäre im Zusammenhang mit Nicolas Sarkozy.

Die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte die Tochter der Multi-Milliardärin mit, deren Finanzaffären jahrelang Frankreich und die Anhänger des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy in Atem gehalten hatten. Bettencourt starb demnach "friedlich" zu Hause. Laut Forbes-Rangliste war Bettencourt mit einem Vermögen von geschätzt 33 Milliarden US-Dollar die reichste Frau der Welt.

Bettencourt, die einzige Tochter des L'Oréal-Gründers Eugène Schueller, geriet im Sommer 2010 in die Schlagzeilen. Ihr wurde vorgeworfen, Frankreichs damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy und UMP-Schatzmeister Éric Woerth mit illegalen Parteispenden unterstützt zu haben. Das Ermittlungsverfahren gegen Sarkozy wurde 2013 aus Mangel an Beweisen eingestellt, Woerth wurde im Strafprozess freigesprochen.

In der weit verzweigten Bettencourt-Affäre, die lange die Schlagzeilen in Frankreich beherrschte und am Ende vor Gericht aufgearbeitet wurde, war es insbesondere um den Vorwurf der "Ausnutzung der Schwäche" der alten Dame gegangen. Die Angeklagten sollten der seit 2006 an Demenz leidenden Multi-Milliardärin über Jahre hinweg insgesamt mehrere hundert Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben.

Françoise Bettencourt-Meyers, die Tochter Bettencourts, hatte 2008 den Fotografen und Vertrauten ihrer Mutter François-Marie Banier beschuldigt, sich Geschenke im Wert von einer Milliarde Euro erschlichen zu haben. Um diese Vorwürfe zu beweisen, ließ sie Tonbandaufnahmen von Privatgesprächen anfertigen. Erst im Mai dieses Jahres war Banier zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Monate davon setzte das Gericht in Bordeaux zur Bewährung aus.

Die Tonbänder, die zum Teil von Bettencourts Butler angefertigt wurden, brachten außerdem eine ganze Lawine neuer Probleme mit sich. Es fanden sich Hinweise auf Steuerhinterziehung, Kungeleien mit Politikern und Bereicherungsversuche von anderen Vertrauten. Die Affäre hatte über die Landesgrenzen hinweg für Aufsehen gesorgt. Im Oktober 2011 wurde Bettencourt wegen ihrer Demenz-Erkrankung entmündigt.

© SZ.de/AFP/mahu/sks
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