SozialstaatVerantwortung ist, wenn sie ein anderer hat

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Wer bestimmt über das Schicksal des Einzelnen wirklich?
Wer bestimmt über das Schicksal des Einzelnen wirklich?
Collage: Levin Gruber/ Bilder: Imago Images

Politik und Arbeitgeber haben ihre Liebe zur „Eigenverantwortung“ wiederentdeckt: bei Gesundheit, Altersvorsorge, Arbeitslosigkeit. Das klingt gut, doch der Begriff meint nichts anderes als politische Verantwortungslosigkeit.

Essay von Valentin Dornis

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Als Friedrich Merz seine Tochter in einer Phase der Orientierungslosigkeit unterstützen wollte, machte er ihr ein Geschenk: ein aufklappbares Holzbrett, auf dem außen auf Englisch „Der Weg zum Erfolg“ stand und innen dann die Antwort: „Arbeit“. So hat es der Bundeskanzler selbst vor einiger Zeit bei einer CDU-Veranstaltung erzählt. Dieses Geschenk lässt sich auf viele Arten interpretieren. Eine naheliegende, die auch zur Politik dieser Bundesregierung insgesamt passt, lautet: Merz glaubt tatsächlich, die Welt sei so einfach, dass jeder Mensch nur genug arbeiten müsse für den Erfolg – was im Umkehrschluss ja hieße, dass halt nicht hart genug gearbeitet hat, wer nicht erfolgreich ist.

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