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Eigenkapitalerhöhung:Allianz springt Commerzbank bei

Wie gut, dass es die Allianz gibt: Commerzbank-Chef Martin Blessing will keine neuen Staatshilfen, aber er braucht dringend frisches Kapital. Nun will die Allianz der Commerzbank unter die Arme greifen. Dabei hatte sie einst der Commerzbank viele Probleme erst eingebrockt.

Gerade noch rechtzeitig ist die Allianz in der Finanzkrise 2009 ihr Problemkind Dresdner Bank losgeworden: Wenige Wochen vor der Lehman-Pleite übernahm die Commerzbank das Institut, das der Allianz nie so recht Glück bringen wollte. Commerzbank-Chef Martin Blessing feierte den Coup als Einstieg ins ganz große Geschäft, die Allianz zeichnete kurz darauf eine stille Teilhabe.

Dann folgte der Absturz: Die Dresdner Bank hatte massenhaft verbriefte US-Immobilienkredite gekauft, die nach der Lehman-Pleite ins Bodenlose fielen. Pech für die Commerzbank - Glück für die Allianz, könnte man sagen. Martin Blessings Institut musste mit milliardenschweren Staatshilfen gerettet werden, bis heute ist nur ein Teil der staatlichen Finanzspritze zurückgezahlt.

Ende des vergangenen Jahres wurde klar: Die Commerzbank braucht dringend frisches Kapital - sonst bleibt dem Chef Blessing doch wieder nur der Gang zum Staat. Wie alle europäischen Großbanken muss das Institut bis Mitte 2012 eine Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen. Laut Europäischer Bankenaufsicht (EBA) fehlen ihr 5,3 Milliarden Euro. Bis zum 20. Januar muss die Bank erklären, wie sie die Kapitallücken schließen will.

Nun zeigt die Allianz offenbar Erbarmen mit der Commerzbank. Der Konzern will Medienberichten zufolge bei der Erhöhung des Eigenkapitals helfen. Der Versicherer wolle seine stille Beteiligung an der Bank in Höhe von 750 Millionen Euro so umwandeln, dass sie als hartes Kernkapital anerkannt werde, berichten die Financial Times Deutschland und das Handelsblatt.

Die Allianz wolle die stille Einlage möglicherweise in Aktien umwandeln, heißt es im Handelsblatt. Der Konzern habe offenbar ein Interesse daran, so zu helfen, das Finanzsystem in Europa zu stabilisieren. Die Aktien ließen sich von Seiten der Commerzbank als hartes Eigenkapital vorweisen und die Finanzlücke wäre zumindest ein bisschen kleiner. Mit 15 Prozent hielte die Allianz den zweitgrößten Anteil an der Commerzbank - nach dem deutschen Staat.

Die Financial Times Deutschland hingegen hält eine Umwandlung der stillen Einlage in Aktien für unwahrscheinlich. Für die Anerkennung der bislang fest verzinsten Einlage als Kernkapital reiche es aus, die Allianz uneingeschränkt an den Verlusten der Bank zu beteiligen und bei Verlusten keine Zinsen auf die Einlage zu zahlen, schreibt das Blatt.

So oder so dürfte die Hilfe der Allianz Commerzbank-Chef Blessing zumindestens ein wenig Erleichterung verschaffen. Erneute Staatshilfen für sein Institut hat der Commerzbank-Chef stets brüsk abgelehnt: "Ich geh da nicht noch mal hin", versichert er immer wieder. Nun ist er diesem Ziel, sollte die Allianz sich tatsächlich engagieren, ein Stückchen näher.

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