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Edelsteine:Teuerster Diamant der Geschichte - und nie abgeholt

Der Diamant  "Pink Star" sollte eigentlich Rekorde brechen.

Die Versteigerung des Diamanten "Pink Star" ist schon zweimal gescheitert.

(Foto: AFP)
  • Sotheby´s versteigerte den "Pink Star" für 71,2 Millionen Dollar. Allerdings holte der Käufer das Prunkstück nie ab.
  • Neue Rekorddiamanten kommen derzeit aus einer Mine in Botswana.

Von Janis Beenen

Diamanten üben schon seit Jahrhunderten einen großen Reiz auf viele Menschen aus. Die Gründe dafür sind vielfältig, ihr hoher Wert trägt dazu bei, ihre unglaubliche Härte und natürlich auch das edle Leuchten der Steine. Viele Diamanten tragen sogar klangvolle Namen wie "Pink Star" oder "Blue Moon of Josephine". Wahrscheinlich ist es die Kombination aus all diesen Faktoren, die das Faszinosum ausmacht.

Es ist daher kein Wunder, dass Diamanten regelmäßig für horrende Summen verkauft werden oder zumindest werden sollen. Im April versteigerte das Auktionshaus Sotheby's den "Pink Star" für 71,2 Millionen Dollar. Das Prunkstück wurde danach als teuerster Diamant der Geschichte gefeiert. Doch der Käufer, eine Hongkonger Juwelierkette, hat bis zuletzt die Millionen noch nicht überwiesen und die Errungenschaft auch nicht abgeholt.

Dem "Pink Star" ist das kurioserweise schon einmal passiert. 2013 konnte der höchste Bieter den Kaufpreis von 83 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 70 Millionen Euro, nicht aufbringen. Verkäufer fürchten einen solchen Zahlungsausfall, den sogenannten Deadbeat. Häufig sinkt der Wert der Ware danach.

Durch die gescheiterten Verkäufe des "Pink Star" bleibt der "Oppenheimer Blue" der bisher teuerste geschliffene Edelstein. Christie's versteigerte den blauen Diamanten 2016 für 57,5 Millionen Dollar.

Bei den Rohdiamanten hält "The Constellation" diesen Rekord. Er wurde ebenfalls im vergangenen Jahr für den Preis von 63 Millionen Dollar versteigert.

Die Preise für Diamanten legen die Händler fest - nach subjektiven Schätzungen. Anders als für Güter wie Gold gibt es keinen Kurs, der den Preis für ein gewisses Gewicht des Edelsteins festlegt.

Der "Lesedi la Rona" ist der größte Diamantenfund seit über 100 Jahren

Der Sehnsuchtsort für die meisten Diamanten-Experten ist derzeit die Karowe-Mine in Botswana. Sie hat den Ruf, die größten und schönsten Diamanten zu bergen. Der Super-Diamant "The Constellation" stammt ebenso aus dieser Mine, und auch der Stein "Lesedi la Rona", etwa so große wie ein Tennisball, konnte dort 2016 zutage gefördert werden. Mit 1109 Karat, also 221 Gramm, war es der größte Fund seit über 100 Jahren.

Bekanntlich löst der Wert von Diamanten immer wieder kriminelle Energie aus. Einer der spektakulärsten Diebstähle der vergangenen Zeit geschah zu Ostern 2015. Im Londoner Diamantenviertel raubten die Täter eine Millionenbeute. Die Einbrecher seilten sich durch den Aufzugschacht ab und bohrten mit schwerem Gerät ein Loch in den Tresorraum.

In Sierra Leone diente ein Diamant als Zeichen des Friedens

Wem der Mut zu einem solchen Coup fehlt oder sich keinen kaufen kann, darf immer noch auf einen Zufall hoffen. Erst im Mai stellte sich ein Ring, den eine Britin für zehn Pfund auf dem Flohmarkt gekauft hatte als 26-Karat-Diamant heraus. Bei der Versteigerung sprangen für die unerwartet lukrative Anlage dann 350 000 Pfund heraus.

Doch Diamanten können mehr als das Symbol für das ganz große Geld sein. In Sierra Leone löste der Kampf um die Macht über die Minen einen jahrelangen Bürgerkrieg aus. Im März stellte die Zentralbank des afrikanischen Staates einen Diamanten im Wert von mehreren Millionen Dollar für seine Bevölkerung aus - als Zeichen des Friedens.

© SZ vom 07.09.2017/mahu
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