Der württembergische Ventilatoren- und Lüfter-Hersteller EBM-Papst wird für gut fünf Milliarden Euro in die USA verkauft. Die drei Eigentümerfamilien Sturm, Ziehl und Philippiak übertragen ihre Anteile für knapp 4,8 Milliarden Euro an den Konzern Madison Air, der zu den Kunden von EBM-Papst gehört.
„Mit dem Zusammenschluss können wir aus eins plus eins drei machen“, sagte Firmenchef Klaus Geißdörfer. EBM-Papst erhofft sich von Madison einen besseren Zugang zum US-Markt, wo das Geschäft mit Rechenzentren besonders boomt. Die Hochleistungsrechner und -chips müssen ständig gekühlt werden.
Madison Air erwirtschaftet 95 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 3,5 Milliarden Dollar bisher in Nordamerika und kann mit dem Deal nach Europa und Asien expandieren. Das US-Unternehmen produziert sowohl Lüftungsgeräte für Rechenzentren, aber auch die klassischen Deckenventilatoren für Privatwohnungen.
Das 1963 gegründete Familienunternehmen EBM-Papst erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von gut 2,2 Milliarden Euro pro Jahr. Von den 13 000 Mitarbeitern sind 5800 in Deutschland beschäftigt. Die Firmenzentrale soll weiter in Mulfingen bei Heilbronn bleiben.
