Schwere Schlappe für EADS Indien bestellt Kampfjets bei Franzosen

Ein potentieller Zehn-Milliarden-Auftrag ist futsch: Indien bestellt doch keine Eurofighter bei EADS. Stattdessen bekommt ein französischer Konkurrent nun den Zuschlag.

Von Caspar Busse

Die Enttäuschung beim Luft- und Raumfahrtkonzern war an diesem Dienstag groß. "Indien hat sich für den Wettbewerber entschieden", sagte ein Sprecher der EADS-Verteidigungssparte Cassidian. Die neue Situation werde nun "analysiert und bewertet".

Der französische Rafale-Kampfjet von Dassault Aviaton.

(Foto: dpa)

Viel zu machen ist wohl nicht mehr, wenn auch der Auftrag endgültig erst im März vergeben wird: Indien wird die neuen Kampfjets beim französischen Unternehmen Dassault ordern und nicht den Eurofighter von EADS. Die französische Konkurrenz bestätigte, sein Kampfflugzeug "Rafale" sei von der indischen Luftwaffe ausgewählt worden. Es ist der erste Auftrag aus dem Ausland für diese Maschinen.

Das ist bitter für EADS, denn es ging immerhin um die Bestellung von 126 Flugzeugen, das Gesamtvolumen der Order wird auf mindestens zehn Milliarden Dollar geschätzt. Offenbar aber sind die Maschinen von Dassault billiger, Dassault-Aktien gingen steil nach oben.

Noch im Sommer hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in Indien ungewöhnlich deutlich hinter die EADS-Offerte gestellt - vergeblich.

EADS hat bisher 300 Eurofighter ausgeliefert an sechs Nationen - neben Deutschland sind das Großbritannien, Spanien, Italien, Österreich und Saudi-Arabien. Indien wäre neben dem großen Volumen auch aus Prestigegründen wichtig gewesen. Cassidian machte zuletzt mit 28 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,9 Milliarden Euro.