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EADS-Militärtransporter:Bundeswehr muss weiter auf A400M warten

A400M

Im September 2012 war der Airbus-Militärtransporter A400M an seinem geplanten deutschen Heimatstandort dem Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover, zu sehen.

(Foto: dpa)

Nach dem geplanten Stellenabbau schon wieder eine schlechte Nachricht von EADS: Die Auslieferung des Militärtransporters Airbus A400M an die Bundeswehr wird sich deutlich verzögern. Der Hersteller will nun durch einen Trick den Schaden begrenzen.

EADS kann den Airbus-Militärtransporter A400M nicht wie vereinbart an die Bundeswehr ausliefern. Die Airbus-Tochter Airbus Military habe die Bestellernationen darüber informiert, dass die erste Maschine in der vereinbarten Ausstattung erst "etwa Mitte 2015" an die Luftwaffe übergeben werden könne, zitierte das Handelsblatt aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltsexperten Tobias Lindner. Vereinbart war eine Auslieferung bis November 2014.

Um den Termin noch einhalten zu können, habe die Airbus-Tochter angeboten, den Partnernationen "Flugzeuge mit Minderleistungen und einer Verpflichtung zur späteren Nachrüstung anzubieten", hieß es demnach im dem Schreiben des Verteidigungsministeriums weiter. Ob die Bundeswehr sich darauf einlasse, werde noch geprüft.

Bei Airbus selbst räumte eine Sprecherin Schwierigkeiten ein: "Es gibt einige Herausforderungen, aber derzeit ist es noch zu früh zu sagen, wie groß die Verzögerung sein wird, die wir bei der Auslieferung haben könnten." Deshalb sei Airbus bis auf Weiteres zuversichtlich, den vereinbarten Liefertermin halten zu können.

Zweite schlechte Nachricht der Woche

Der A400M war 2003 von den Nato-Staaten Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Türkei gemeinsam in Auftrag gegeben worden. Deutschland wartet auf 53 Flugzeuge, die die mehr als 40 Jahre alten Maschinen vom Typ Transall C-160 ablösen sollen. Wegen technischer Probleme beim Triebwerk der Maschine und unterschiedlicher Wünsche der Länder verzögerte sich die Auslieferung des Flugzeugs um etwa vier Jahre. Die Kosten des Projekts erhöhten sich im Vergleich zum ursprünglichen Budget um 6,2 Milliarden Euro. Zwischenzeitlich hatte Airbus sogar damit gedroht, das Projekt ganz einzustellen, bis 2011 eine neue Einigung über die Finanzierung erzielt wurde.

Für EADS ist es die zweite schlechte Nachricht in dieser Woche. Vor einigen Tagen hatte der Konzern bekanntgegeben, wegen der Flaute im Rüstungsgeschäft 4500 Stellen in der Stammbelegschaft zu streichen, 2000 davon in Deutschland. Der europäische Konzern will aber auch weiter Kriegsgerät herstellen.

© Südddeutsche.de/AFP/Reuters/kfu

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