EADSDer nächste Flieger lahmt

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Weil sich der Militärflieger A400M verzögert, muss Flugzeugbauer EADS bis zu 1,4 Milliarden Euro mehr ausgeben. Nicht der erste Problemfall für den Konzern.

Kurz nach dem verspäteten und teuren kommerziellen Start des Großraumfliegers A380 kommen auf den Flugzeughersteller Airbus neue Milliardenbelastungen durch den Militärtransporter A400M zu. Die Mitte Oktober angekündigten Verzögerungen werden den Mutterkonzern EADS zusätzlich rund 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro kosten, teilte das Unternehmen mit.

Deshalb rückt EADS von seiner bisherigen Gewinnvoraussage ab. Die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und Sonderposten, das EADS als Ebit ausweist, werde für 2007 ausgesetzt, kündigte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern an.

EADS will nun am 8. November bei der Bekanntgabe der Neunmonatszahlen eine aktualisierte Prognose vorlegen. Das Unternehmen hat für 2007 währungsbedingt bislang einen Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Das operative Ergebnis soll sich etwa auf Vorjahresniveau bewegen. 2006 war das Ebit von 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf 399 Millionen Euro eingebrochen. Fertigungsprobleme hatten das A380-Programm deutlich verzögert und Airbus samt EADS in eine tiefe Krise gestürzt.

Von den bis zu 1,4 Milliarden Euro Mehrkosten beim A400M entfallen den Angaben zufolge mehr als eine Milliarde Euro auf die EADS-Tochter Airbus. "Dies ist die zum gegenwärtigen Programmstand bestmögliche Einschätzung und umfasst die am 17. Oktober 2007 bekanntgegebene sechsmonatige Verzögerung sowie das Risiko einer weiteren Verschiebung um bis zu einem halben Jahr", hieß es in der Mitteilung.

Großabnehmer Bundeswehr

Airbus hatte im Oktober angekündigt, die bisher für Ende 2009 geplante Erstauslieferung der Maschine erfolge nun frühestens im April 2010. Die ersten Maschinen des A400M sollten Ende 2009 an die französische Luftwaffe gehen.

Die Bundeswehr ist mit 60 Maschinen der größte Abnehmer der europäischen A400M. Insgesamt lagen bis Ende Juni 192 Bestellungen für den Militärtransporter vor.

Gründe für den neuen Zeitplan sind unter anderem die langsame Triebwerksentwicklung, Verzögerungen in der Systementwicklung sowie ein ausgedehntes Testflugprogramm.

Bereits Ende Juli hatte EADS gewarnt, dass das A400M-Programm "bedeutenden Risiken hinsichtlich des Gesamtzeitplans" ausgesetzt sei. Die Systemzulieferer stünden weiterhin vor Herausforderungen, die späte Design-Anpassungen notwendig machen könnten.

Die erste A400M wird derzeit in der neuen Endmontagelinie im spanischen Sevilla fertiggestellt und soll im Sommer 2008 seinen Erstflug absolvieren. Mit bis zu 37 Tonnen Frachtvolumen gilt die A400M als Zwischengröße bei militärischen Transportern. Der Verbrauch soll um rund 20 Prozent unter dem vergleichbarer Maschinen liegen.

Außerdem soll der neue Transporter auch auf deutlich kleineren und schlechteren Bahnen landen können. Neben den europäischen Auftraggebern wie Deutschland oder Frankreich gelten auch andere Länder wie die USA als interessiert.

© sueddeutsche.de/dpa/sms/hgn - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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