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E-Mobilität:Wenn die Ladesäule zum Auto kommt

Mobile Roboter werden künftig in Parkhäusern und Tiefgaragen herumfahren und dort abgestellte Fahrzeuge aufladen - ganz allein und noch dazu in kurzer Zeit. Erwartet man zumindest bei Volkswagen.

Wenn das E-Auto nur schwer an die Säule kommt, soll die Säule zum E-Auto kommen. Mit dieser Grundidee will VW das Problem mangelnder Ladestationen auf öffentlichen Parkplätzen angehen. Die konzerninterne Komponenten-Sparte, die auch Antriebe, Fahrwerke und eigene Batteriesysteme herstellt, entwickelt dazu mobile Laderoboter. Diese sollen einmal in Parkhäusern oder Tiefgaragen selbständig zu abgestellten Fahrzeugen ausschwärmen und sie in kurzer Zeit aufladen. Noch ist die Technik nicht marktreif. Mark Möller, Entwicklungschef von Volkswagen Group Components, spricht von einer "Studie, die aber durchaus schnell Realität werden kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen". Bei Spitzengesprächen von Industrie und Politik war zuletzt klar geworden, dass ein Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland nur gelingen dürfte, wenn die Infrastruktur rasch ausgebaut wird. Dazu gehört, Lademöglichkeiten zu Hause, am Arbeitsplatz und auf großen Parkflächen zu erweitern - hierfür sind jedoch viele rechtliche Änderungen erforderlich.

Laderoboter könnten nach Einschätzung von Volkswagen die schwierige Umstellung zumindest auf Parkplätzen erleichtern. Die rollenden Geräte werden über eine App oder Assistenzsysteme der E-Fahrzeuge aktiviert. Jeder Roboter zieht dann einen "Akkuwaggon" als Anhänger zum Auto, öffnet die Ladeklappe und schließt den Stecker an.

© SZ vom 27.12.2019 / dpa

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