E-Books im Aufschwung Viele wollen weiter auf Papier lesen

Ein Profiteur steht schon fest: Amazon. Der Konzern verkauft in den USA nach eigenen Angaben bereits mehr E-Books als Taschenbücher oder gebundene Ausgaben, im Verhältnis 105 zu 100. Zahlen für den deutschen Markt nennt das Unternehmen nicht.

Werden noch gekauft: Bücher aus Papier.

(Foto: Catherina Hess)

Die Uni Hamburg hat im Januar eine repräsentative Umfrage zu E-Books erstellt (PDF-Datei). Demnach haben 14 Prozent der Deutschen im vergangenen Jahr mindestens ein E-Book gekauft. Ihre Leser sind der Studie zufolge in der Mehrzahl männlich, gutverdienend und technikaffin. Davon profitieren große US-Konzerne: 57 Prozent der E-Book-Käufer haben bei Amazon bestellt. Zweitgrößter Händler ist Apples Online-Shop iTunes, dann kommt lange nichts. Große deutsche Einzelhändler wie Thalia oder Weltbild folgen mit großem Abstand.

Doch das soll nicht so bleiben: Auch der Börsenverein setzt auf E-Books, investiert in einen eigenen Online-Shop namens libreka.de. Außerdem ermuntert der Verband auch kleine Buchläden dazu, eigene Online-Angebote anzubieten und stellt dafür sogenannte White-Label-Software zur Verfügung. Mit ihr können Geschäfte eine professionelle Lösung einfach in ihre eigene Webpräsenz einbinden. Die Hoffnung der Branche: Das Vertrauen der Kunden in den kleinen Laden, der das Buch als Kulturgut pflegt, soll ins digitale Zeitalter transplantiert werden. Das soll einen Teil der Verluste im Ladengeschäft auffangen.

Dass E-Books noch nicht so häufig gekauft werden wie gedruckte Bücher, hat Gründe. Viele Menschen wollen weiterhin Papier atmen, wenn sie lesen. Demnach können sich die Läden immerhin die Hoffnung machen, durch E-Books und einen eigenen Online-Versand einen Teil der Verluste im Ladengeschäft aufzufangen. Die Menschen lesen ungern auf einem Display, sie wollen Bücher ins Regal stellen können, ergab die Umfrage der Uni Hamburg. Elektronische Bücher werden "das Leseerlebnis bei gedruckten Büchern" nicht ersetzen können. "Haptische Aspekte" nennt das Tim Prostka, einer der Autoren der Studie.

Doch dieses Bild bröckelt. Zwar bestätigen die neuen Zahlen des Börsenvereins, dass für viele diese eher romantischen Argumente für das Buch wichtig sind. Allerdings werden die Traditionalisten von Jahr zu Jahr weniger: Zwei Drittel der Deutschen sehen mittlerweile einen Vorteil darin, dass elektronische Bücher umweltfreundlich sind, weil sie Papier sparen.