SüßwarenLindt hat Ärger wegen Dubai-Schokolade

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Schlangestehen vor Lindt-Filialen: Das Objekt der Begierde ist Dubai-Schokolade
Schlangestehen vor Lindt-Filialen: Das Objekt der Begierde ist Dubai-Schokolade THOMAS KIENZLE/AFP

Ein Importeur von Schokolade aus Dubai will gegen Nachahmer vorgehen und greift den Schweizer Schoko-Konzern Lindt & Sprüngli an. Dabei wird es vermutlich nicht bleiben.

Von Silvia Liebrich, München

Sie ist nicht nur metaphorisch in aller Munde: die Dubai-Schokolade. Die kalorienreiche Tafel mit Pistaziencreme und gebratenen Teigfäden, Engelshaar genannt, mischt derzeit den Süßwarenmarkt auf, wie lange kein Produkt. Eine Nascherei, die sich Fans 15 Euro und mehr kosten lassen, pro Tafel. Nun könnte das ohnehin schon knappe Angebot noch knapper werden, denn ein Importeur des vermeintlichen Originals aus Dubai will Nachahmern mit juristischer Hilfe das Handwerk legen.

Andreas Wilmers importiert die Hype-Schokolade der vor Kurzem angemeldeten Marke „Fix Dessert“ direkt aus Dubai und wehrt sich nun gegen die unliebsame Konkurrenz, wie Lebensmittelzeitung (LZ) und Bild berichten. In einem ersten Schritt habe der Unternehmer Lindt & Sprüngli diese Woche zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert, heißt es.

Das Unternehmen würde mit seiner ‚Dubai Chocolade‘ den Eindruck erwecken, die von ihm angebotene Schokolade sei in Dubai hergestellt worden, so der Vorwurf des Unternehmers. Er glaubt laut LZ, dass es nur drei legitime Hersteller des Trendprodukts in Dubai gibt. Einer davon, Fix Dessert, von der Erfinderin Sarah Hamouda, produziere nur 500 Tafeln pro Tag. „Aachener Printen kommen aus Aachen und Nürnberger Lebkuchen aus Nürnberg, deshalb muss selbstverständlich auch Dubai-Schokolade aus Dubai kommen“, sagte Wilmers der LZ.

Weiter heißt es, dass Lindt & Sprüngli aufgefordert worden sei, bis 19. Dezember eine Unterlassungserklärung abzugeben. Der Konzern selbst äußerte sich auf SZ-Anfrage zunächst nicht. Doch weitere juristische Einsprüche könnten folgen. Auch andere Importeure wollen sich laut LZ wehren, denn inzwischen wollen Aldi, Lidl und andere Ketten ebenfalls von dem Hype profitieren.

Man ahnt, dass Hersteller von Dubai-Schokolade angesichts der horrenden Preise einen sehr guten Schnitt machen. Seit Wochen bilden sich etwa vor den Filialen des Schweizer Herstellers Lindt & Sprüngli lange Schlange, weil Kunden eine der begehrten Tafeln ergattern wollen.

Die Angebots-Engpässe rufen sogar schon Schmuggler auf den Plan. Deutsche Zöllner stoppten Ende November nahe der Schweizer Grenze einen Lieferwagen mit 243 Kartons Dubai-Schokolade. Einfuhrdokumente konnte der Fahrer der dpa zufolge nicht vorweisen. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.

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