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Donald Trump:Wertvollste Konzerne der Welt leiden unter Trump

Details are pictured on the back of an Apple Iphone 6 on a table in a restaurant in Hanau

Die Aktie des iPhone-Herstellers Apple hat seit Trumps Wahlerfolg fast drei Prozent an Wert verloren.

(Foto: REUTERS)
  • An der amerikanischen Börse fallen seit dem Wahlerfolg von Donald Trump neue Rekorde. Doch viele Tech-Konzerne verlieren an Wert.
  • Zwei völlig verschiedene Philosophien prallen aufeinander. Trump will Abschottung, die Tech-Konzerne leben von internationalen Warenströmen.

Nach dem Wahlsieg Donald Trumps sind auch die Finanzmärkte gespalten. Es gibt zwar viele Gewinner des überraschenden Wahlergebnisses. Doch einige Unternehmen müssen deutliche Verluste hinnehmen. Mit dabei: die wertvollsten Konzerne der Welt. Während der Aktienindex Dow Jones auf einen Rekordwert stieg, rutschten die Papiere vieler Tech-Konzerne deutlich ins Minus. Die Aktie des iPhone-Herstellers Apple, derzeit der wertvollste aller weltweiten Konzerne, hat seit Beginn der Woche fast drei Prozent verloren.

Auch die Anleger, die Aktien der Google-Mutter Alphabet besitzen, scheinen nicht begeistert vom Trump-Erfolg zu sein. Die Aktie fiel seit Beginn der Woche um fast vier Prozent. Der Kurs des sozialen Netzwerks Facebook ging um fast drei Prozent zurück. Noch härter erwischte es den Versandhändler Amazon. Das Unternehmen verlor seit Beginn der Woche fast sechs Prozent seines Werts.

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Mit Donald Trump und den Tech-Konzernen prallen zwei vollkommen unterschiedliche Philosophien aufeinander. Trump möchte sein Land abschotten. Er will Importe verteuern und Einwanderung erschweren. Die Tech-Konzerne dagegen operieren in der ganzen Welt. Apple und Amazon sind auf globale Warenströme angewiesen. Dass Trump die Einwanderung erschweren könnte, kann für die Tech-Konzerne ebenfalls negativ sein. Das Silicon Valley ist ein beliebtes Ziel von Migranten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat schon vor Monaten eine Kampagne gestartet, die Immigration erleichtern soll.

Die Tech-Verlierer sitzen alle an der Westküste. Bis auf Amazon kommen sie aus Kalifornien. Der Bundesstaat ist eine Hochburg der Demokraten. 61 Prozent der Kalifornier haben für Hillary Clinton gestimmt. Viele Bewohner sind verärgert oder zumindest verunsichert wegen Trumps Wahlerfolg.

Doch die Konzerne könnten von Trumps Wirtschaftspolitik auch profitieren. Google und Apple nutzen Steuertricks und verschieben einen Großteil ihrer Gewinne ins Ausland. Sie stehen seit langem in der Kritik, den Profit nicht in die USA zu überweisen. Die Firmen lehnen das ab, weil dann rund 40 Prozent Steuern fällig wären - zu viel aus ihrer Sicht. Der kommende US-Präsident hat im Wahlkampf eine Steueramnestie für US-Konzerne versprochen. Dann könnte es plötzlich für Apple und die anderen sehr billig sein, die Gewinne aus dem Ausland zu versteuern.

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