Diskussion um Biosprit E10:Niebel ignoriert die eigentliche Fehlentwicklung

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In dieser Situation ist es nicht damit getan, E10-Biosprit wieder abzuschaffen. Niebel tut sich leicht, das zu fordern, denn die benötigten Biokraftstoffe zur Beimischung werden zum großen Teil importiert, aus Ländern wie Brasilien, Indonesien, Malaysia und den USA. Deutsche Produzenten wären von seiner Forderung kaum betroffen. Der Widerstand aus der von der FDP gehätschelten Wirtschaft wird sich also in Grenzen halten.

Linken-Vorsitzender Riexinger fordert Stopp des Biosprits E10

Es ist nicht damit getan, Biosprit wieder abzuschaffen, so wie es Dirk Niebel fordert.

(Foto: dapd)

Notwendig ist eine grundsätzliche Reform der Energiepolitik

Geradezu heuchlerisch ist es aber, dass der Minister die eigentliche Fehlentwicklung in Deutschland schlicht ignoriert. Nämlich die, dass immer mehr Mais in Biogasanlagen landet, die Land auf Land ab wie die Pilze aus dem Boden schießen. Gut ein Drittel der Maisernte wird hierzulande verstromt, dank großzügiger staatlicher Beihilfen. Tendenz steigend. Es drohen amerikanische Verhältnisse, dort werden 40 Prozent der Maisernte zu Biosprit verarbeitet.

Notwendig ist eine grundsätzliche Reform der Energiepolitik, die auch Sorge für die Ernährungssicherheit trägt. Es müssen langfristige Ziele und vor allem Grenzen für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe definiert und unsinnige Subventionen gestrichen werden - etwa die für Biogas.

Dazu gehört es auch, endlich mit den Mythos aufzuräumen, dass Energie aus Pflanzen umweltfreundlich und CO2-neutral ist, denn das ist nicht der Fall. Es ist auch Sache der Regierung, Spekulanten in die Schranken zu weisen und Geschäfte mit Weizen, Mais und Co. auf ein gesundes Maß zu beschränken.

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