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Einzelhandel:So shoppt es sich im russischen Billig-Supermarkt

Swetofor-Markt in Krasnojarsk, Sibirien

Die Läden sind schmucklos, doch wichtig ist hier ohnedies nur der Preis: eine Swetofor-Filiale im sibirischen Krasnojarsk.

(Foto: Monika Maier-Albang)

Kürzlich eröffneten die Betreiber der Discounterkette Swetofor ihren ersten Laden in Leipzig - und fordern nun Aldi heraus. Unsere Autorin war zu Besuch im Original in Sibirien.

Von Monika Maier-Albang

Der Kaviar steht ganz hinten im Raum, in der Kühlung. Das mag Zufall sein, dass der Kunde zuerst an Toilettenpapier, Sprotten, Herkules-Haferflocken für den Frühstücksbrei und Dosenmilch, die man zum Füllen der Pfannkuchen hier unbedingt braucht, vorbeigeführt wird - den Dingen des alltäglichen Bedarfs also. Und dass er erst dann erreicht, was in Sibirien Luxusgüter sind: Fleisch, Wurst, Äpfel. Wahrscheinlicher aber ist, dass in einem Geschäft wie diesem nichts ohne Bedacht seinen Platz erhalten hat. Wer es bis hierher schafft und noch Geld übrig hat, kann also auch in Russlands Discounter Swetofor eine kleine Plastikschale mit rotem oder schwarzem Kaviar kaufen. Er weiß ja und kann es dank verschärfter Verbraucherschutzgesetze auch nachlesen, dass der rote Kaviar hier nicht vom Lachs und der schwarze nicht vom Stör ist, sondern der billigste Ersatz: salzige Körner aus Algen, gestreckt mit Sahnecreme.

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