Digitale Wirtschaft Facebook gegen den Rest

Unerbittlich kämpfen die High-Tech-Konzerne um die Vormachtstellung in der digitalen Wirtschaft mit ihren extremen Wachstumsraten. Wer hat die Nase vorn? Vier wichtige Akteure im Vergleich.

Von V. Bernau, H. Martin-Jung und T. Riedl

Der Deal hat die Hightech-Industrie aufgeschreckt. Die Wall Street steigt groß bei Facebook ein, einer Firma, die es vor sieben Jahren noch nicht gab. Setzt sich das soziale Netzwerk, das 50 Milliarden Dollar wert sein soll, durch? Welche Zukunftschancen haben andere Größen der digitalen Wirtschaft?

Das Internet entwickelt sich zu einer Kampfzone der Wirtschaftskolosse.

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Facebook: Sozialarbeit lohnt sich

Es ist nicht nur die jüngste Finanzspritze von 500 Millionen Dollar, die dem Sozial-Netzwerk Facebook einen guten Start ins neue Jahr ermöglicht. Die Rivalen haben sich aus dem Stammrevier zurückgezogen: Der einstige Marktführer Myspace ist nur noch ein Treffpunkt für Musikfans - mit gerade mal 100 Millionen Mitgliedern. Der deutsche Anbieter StudiVZ kümmert sich nur noch um Jugendliche. Facebook hingegen ist es gelungen, Maßstäbe für das digitale Leben zu setzen. So sichert sich das Unternehmen wertvolle Werbeeinnahmen. Auf der Internetseite von Facebook tauschen sich die Menschen aus, sie verbringen dort also mehr Zeit als bei der Suchmaschine Google. Zudem verraten sie dort mehr über ihre Gewohnheiten - und dank mobiler Dienste im Netzwerk lassen sie sich dabei auch noch orten. All das macht Facebook, die Gründung des Mark Zuckerberg, die schon als Filmmotiv diente (The Social Network), als Werbeplattform vielleicht bald wertvoller als Google. Marketingprofis glauben, bei den mehr als 500 Millionen Facebook-Nutzern die anvisierte Kundschaft mit der richtigen Botschaft zur richtigen Zeit zu erreichen. In den USA landet nach Schätzung des Marktforschungsunternehmens Comscore bereits jede vierte Werbeeinblendung im Internet bei Facebook. Die Firma muss in diesem Jahr allerdings zeigen, wie oder wo sie weiter wachsen will. Eine Hürde, an der sich auch Google noch müht, könnte China sein. Das bevölkerungsreiche Land ist auf der Landkarte von Facebook ein weißer Fleck. Lokale Anbieter sind dort längst akzeptiert: Tencent bietet etwa Spiele, Shopping und Chats im Netz - und begeistert so mehr als 600 Millionen Nutzer allein in China. Das sind mehr als Facebook bislang auf der Welt versammelt hat.

Microsoft: Rechnen im Netz

Wird Steve Ballmer in seiner Rede auf der Consumer Electronics Show (CES) schon auf das neue Windows eingehen? An diesem Mittwochabend spricht er auf der Messe für Unterhaltungselektronik in Las Vegas. Das aktuelle Betriebssystem des Softwarekonzerns Microsoft, Arbeitstitel "Windows 8", ist schon in der Entwicklung. Zum Jahresende könnte die erste Version kommen. Auf immerhin mehr als neun von zehn Rechnern läuft weltweit die Microsoft-Software. Die ganze Branche schaut deshalb auf die Trends, die Microsoft setzt - oder zu setzen sucht. Denn im Sommer wird Rivale Apple sein neues Betriebssystem an den Start bringen. Auch Google will die Vormachtstellung von Microsoft beenden. In Kürze schon gibt es die ersten Computer, die ausschließlich mit der Google-Software laufen. Für Computerhersteller wird Chrome OS von Google gratis sein. Das Google-System bezieht seine Informationen fast ausschließlich aus dem Internet. Das ist eine Entwicklung, der sich auch Microsoft und Apple 2011 nicht verschließen können.

Google: Der Flucht der Größe

Google und Co beim Start

Einst hässlich, heute berühmt