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Diesel-Skandal:Zwei Drittel der VW-Mitarbeiter sind unzufrieden mit dem Vorstand

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Zwei Mitarbeiter gehen zur Schicht im VW-Werk

(Foto: dpa)
  • Zwei Drittel der VW-Angestellten in Deutschland sind unzufrieden mit der Arbeit des Vorstands. Das ist das Ergebnis einer Mitarbeiter-Umfrage.
  • Bei der Aufarbeitung des Diesel-Skandals fühlen sie sich nicht eingebunden.

Zweieinhalb Jahre nach Beginn des Dieselskandals scheint die Stimmung unter deutschen VW-Angestellten schlecht zu sein. Das geht aus einer Umfrage unter den Beschäftigten des Autobauers hervor, aus der die Bild-Zeitung zitiert. Demnach halten zwei Drittel der Mitarbeiter die Arbeit des Vorstands für "nicht überzeugend". Nur ein Drittel sieht eine "Verbesserung der Unternehmenskultur".

Ein Sprecher des Betriebsrats bestätigte auf Nachfrage, dass es eine Umfrage gab, wollte weitere Inhalte aber zunächst nicht kommentieren. "Die Umfrage ist noch in der Auswertung", hieß es. Die kompletten Ergebnisse sollen der Belegschaft bei einer Mitarbeiterversammlung Ende Februar vorgestellt werden. Ein VW-Sprecher wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern.

Der Betriebsrat hatte die Mitarbeiterumfrage Ende vergangenen Jahres durchgeführt, unter wissenschaftlicher Begleitung der Ruhr-Universität-Bochum. Die Arbeitnehmervertreter befragten Mitarbeiter an zehn Standorten. Insgesamt nahmen etwa 51 000 Arbeitnehmer teil. Dies seien etwa 42 Prozent der Befragten. Der VW-Betriebsrat hatte ähnliche Umfragen schon häufiger durchgeführt, zuletzt in den Jahren 2011 und 2014.

Seitdem die Manipulationen von Abgaswerten im September 2015 bekannt wurden, herrscht Unruhe im Konzern. Zuletzt wegen der umstrittenen Schadstofftests an Affen. Die Aufarbeitung des Dieselskandals betrachten die Mitarbeiter als ungenügend, so der Zeitungsbericht. Sie würden sich kaum eingebunden fühlen. Auch Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz trieben die Angestellten um.

© SZ.de/been/jps
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