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Dienstleistungen - Aschheim:Wirecard North America verkauft

Aschheim
Rote Lichter leuchten vor dem Schriftzug von Wirecard an der Firmenzentrale. Foto: Peter Kneffel/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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München (dpa) - Die Zerlegung des Skandalkonzerns Wirecard schreitet voran. Insolvenzverwalter Michael Jaffé gab am späten Donnerstagabend den Verkauf der US-Tochtergesellschaft Wirecard North America an die Holdinggesellschaft Syncapay bekannt, ebenfalls ein US-Unternehmen. Der Verkaufspreis beläuft sich dem Vernehmen nach auf über 300 Millionen Euro. Darüber berichtete zuerst die "Süddeutsche Zeitung". Eine Bestätigung des Insolvenzverwalters dafür gibt es nicht.

Schon vor dem Verkauf hatte Wirecard North America sich in North Lane Technologies umbenannt, um sich auch namentlich von der Muttergesellschaft zu lösen. Das US-Unternehmen gibt Prepaid-Kreditkarten heraus und war mit etwa 200 Mitarbeitern eine von mehreren Dutzend kleinen Tochterfirmen des Konzerns. 2018 erzielte die Gesellschaft laut Geschäftsbericht einen Gewinn von 7 Millionen Euro. Das Unternehmen gehörte ehedem zur Citibank und war erst 2016 von dem deutschen Zahlungsdienstleister übernommen worden - nach Berichten von US-Medien damals für 185 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen mutmaßlichen Milliardenbetrugs gegen die ehemaligen Vorstände des Konzerns. Wirecard soll Banken und Investoren um mehr als drei Milliarden Euro geprellt haben.

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