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Die reichsten Deutschen:Reich, reicher, Quandt

Die VW-Krise hat auch die Familie Quandt einige Milliarden gekostet. Doch die Rangliste der reichsten Deutschen führt sie noch immer an.

Von Vivien Timmler

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Die Familie Quandt

Quandts bleiben reichste Deutsche

Quelle: Jensen Nietfeld/dpa

Susanne Klatten und Stefan Quandt die Nachfahren der deutschen Industriellenfamilie Quandt, konnten in den vergangenen Wochen wohl gut mit den Familien Piëch und Porsche mitfühlen. Sie sind mit 47,6 Prozent der Anteile die dominierenden Aktionäre bei BMW, der Konkurrenz. Doch auch sie haben durch die VW-Abgasaffäre einen beachtlichen Teil ihres Vermögens eingebüßt. Gleichzeitig mit VW rauschte auch der Marktwert von BMW in den Keller. Rund 4,5 Milliarden Euro verloren die Quandts seitdem.

Für die Geschwister ist das aber kein Grund zu übermäßiger Aufregung, schließlich führen sie mit einem Vermögen von immer noch 26,5 Milliarden Euro die Liste der 500 reichsten Deutschen an, die das Manager Magazin jedes Jahr erstellt.

Vater Herbert Quandt legte 1960 den Grundstein für das Familienvermögen, als er beim damals sanierungsbedürftigen Autobauer BMW einstieg; die Beteiligung macht heute den größten Teil des Vermögens der Familie aus. Einen Großteil zum Reichtum der Familie trägt außerdem der Erfolg des Chemiekonzern Altana mit Sitz in Wesel bei. Susanne Klatten hält außerdem Anteile an den Industriekonzernen SGL Carbon und Nordex, Bruder Stefan ist Anteilseigner bei der Beteiligungsgesellschaft Delton.

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Die Familie Schaeffler

Aufsichtsratssitzung Continental

Quelle: dpa

Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg F.W. Schaeffler, Maria-Elisabeth Schaeffler, 74 und Sohn Georg F.W. Schaeffler, 50, Herrscher über den gleichnamigen Wälzlagerhersteller, wissen, was turbulente Zeiten sind. Zwar birgt das Stammgeschäft als Automobil-Zulieferer für die beiden keine finanziellen Gefahren, die Übernahme des Reifen- und Autoteilekonzerns Continental dürfte ihnen aber die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet haben.

2008 kaufen die beiden für gut zehn Milliarden Euro rund die Hälfte der Anteile von Conti. Der Versuch, den fast drei Mal so großen Konkurrenten zu schlucken, hätte eine spektakuläre Übernahme werden können. Doch dann kam den Schaefflers die Weltfinanzkrise dazwischen. Innerhalb eines halben Jahres brachen die Aktienkurse von Conti von 74 auf 12 Euro ein, und die Schaeffler-Familie stand kurz vor der Pleite. Nur knapp konnten sie die Katastrophe vermeiden.

Sowohl der Unternehmensgruppe als auch den Schaefflers geht es in unternehmerischer Hinsicht heute so gut wie nie zuvor. Fast 45 Milliarden Euro Umsatz macht die Schaeffler-Gruppe, rund 20 Milliarden Euro beträgt das Vermögen der Familie heute. Das sind 2,4 Milliarden mehr als noch ein Jahr zuvor.

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Die Familie Reimann

Products produced by Reckitt Benckiser; Vanish, Finish, Dettol and Harpic are seen in London

Quelle: REUTERS

Wer sie sind, wie sie ausssehen und was sie eigentlich genau machen - über die Familie Reimann ist so gut wie nichts bekannt. Sie mit einem einzigen Adjektiv zu beschreiben ist daher kein Kunststück: es lautet "öffentlichkeitsscheu".

Einzig die Namen der vier Repräsentanten der Familie haben manche schon gehört: Renate Reimann-Haas, Wolfgang Reimann, Stefan Reimann-Andersen und Matthias Reimann-Andersen. Genaue Informationen über Tätigkeitsfelder, Alter oder Aussehen? Fehlanzeige.

Ihre unternehmerischen Aktivitäten betreibt die Familie über die JAB Holding, die von drei familienfremden Managern geführt wird. Der JAB gehören Anteile am Reinigungsmittelhersteller Reckitt Benckiser, am Kaffeeröster D. E. Master Blenders und an dem Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty. Diese Beteiligung erweiterten die Reimanns erst kürzlich, als sie der Unternehmerfamilie Henkel Dutzende Wella-Marken wegschnappte und in Coty integrierte. Auch ihr eigenes Vermögen vermehrt die Familie rasant: 17,6 Milliarden Euro beträgt es heute 3,6 Milliarden mehr als noch im Jahr zuvor.

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Dieter Schwarz

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Quelle: Foto: privat

Dieter Schwarz, der Gründer des Discounters Lidl, befindet sich auf der Überholspur: Während die Familien Albrecht und Heister von Aldi Süd und die Familie Theo Albrecht Junior von Aldi Nord nur Vermögenszuwächse im dreistelligen Millionenbereich verzeichnen, hat sich Schwarz in die Top 5 der reichsten Deutschen kapituliert. Der Lidl-Patriarch, von dem nur ein einziges Foto kursiert, hat sein Vermögen in diesem Jahr um 2,5 Milliarden Euro auf 17 Milliarden vergrößert.

Aus dem Privatleben des Unternehmers ist so gut wie nichts bekannt. Der Umsatz des Discounters betrug zuletzt fast 80 Milliarden Euro, in ein paar Jahren soll die 100-Milliarden-Marke erreicht sein.

Die Strategie: Ein kontinuierlicher Ausbau des Filialnetzwerkes. Knapp 9 900 Lidl-Filialen gibt es in Europa, die illustre 10 000er Marke ist anvisiert.

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Heinz Hermann Thiele

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Quelle: SZ

Kein Deutscher hat sein Vermögen in diesem Jahr so rasant vergrößert wie Heinz Hermann Thiele. Der Eigentümer der Knorr-Bremse AG ist mit einem Vermögen von 9,5 Millarden Euro deutschlandweit zwar nur der siebtreichste Unternehmer - allein im vergangenen Jahr hat er es aber um sechs Milliarden vergrößert. 2014 befand er sich mit einem Vermögen von 3,5 Milliarden Euro nicht einmal unter den Top10 der wohlhabensten Unternehmer.

Thiele übernahm vor rund 30 Jahren die damals marode Firma Knorr-Bremse und machte sie zum Weltmarktführer für Zug- und Lkw-Bremssysteme. 1985 erwirtschaftete das Unternehmen nur einen Umsatz von 254 Millionen Euro - mittlerweile ist er auf 5,2 Milliarden Euro angewachsen.

Aber das Knorr-Bremse-Imperium reichte dem heute 74-Jährigen nicht: Thiele gehört mittlerweile auch ein knappes Drittel des Verkehrstechnologiekonzerns Vossloh.

© SZ.de/vit/hgn

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