Devisen und Rohstoffe:Vertrauensverlust belastet Lira

Die Währung der Türkei fällt auf neue Rekordtiefststände, nachdem die Notenbank des Landes die geldpolitischen Zügel erneut gelockert hat. Gold ist wegen steigender Inflationssorgen gefragt.

Die Talfahrt der türkischen Lira hat sich am Freitag nach der überraschend deutlichen Zinssenkung der Zentralbank des Landes am weiter fort. Im Gegenzug markierten sowohl Dollar als auch Euro mit 9,6581 beziehungsweise 11,2424 Lira den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. "Der Fall ist ein Paradebeispiel für verloren gegangenes Vertrauen der Finanzmärkte", sagt Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Statt den Abwertungen und der hohen Inflationsrate von knapp 20 Prozent mit Zinserhöhungen zu begegnen, hätten die Notenbanker die geldpolitischen Zügel gelockert. "Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus."

Die russische Notenbank dagegen erhöhte die Zinsen unerwartet kräftig. Das gab der Landeswährung zusätzlichen Rückenwind. Im Gegenzug fallen Dollar und Euro im Verhältnis zum Rubel auf den tiefsten Stand seit etwa eineinhalb Jahren. Die Notenbank schraubte den Schlüsselsatz auf 7,5 von 6,75 Prozent und signalisierte weitere Erhöhungen. Derweil bewegte sich der Eurokurs im Verhältnis zur US-Währung leicht nach oben und notierte am späten Abend bei 1,1643 Dollar.

Der zuletzt etwas schwächere Dollar und ein wachsender Inflationsdruck kurbelten die Nachfrage nach Gold als an. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um bis zu 1,3 Prozent auf 1805 Dollar.

Für die Ölpreise ging es erneut nach oben. Nach Kursverlusten im frühen Handel drehte sich die Stimmung, und die Notierungen schafften den Sprung in die Gewinnzone. Die jüngste Gegenbewegung war damit von kurzer Dauer. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 85,78 Dollar. Das waren 1,4 Prozent mehr als am Vortag. "Der kräftige Preisanstieg macht Rohöl zwar anfällig für Gewinnmitnahmen", sagt Ravindra Rao, Manager beim Brokerhaus Kotak. "Eine größere Korrektur wird es aber wohl nicht geben, bevor die weltweite Energiekrise überwunden ist."

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB