Devisen und Rohstoffe:Türkische Lira stabilisiert sich

Die Entspannung im Botschafter-Streit zwischen der Türkei und mehreren westlichen Ländern kann am Dienstag den drastischen Kursverfall der Lira vorerst stoppen. Der Ölpreis steigt.

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag wenig bewegt. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1599 Dollar, nach 1,1606 Dollar zum Handelsende am Vortag. Dem Markt fehlte es an Impulsen. So wurden in der Eurozone keine marktbewegenden Konjunkturdaten veröffentlicht. Am Montag hatte das schwächer als erwartet ausgefallene deutsche Ifo-Geschäftsklima den Euro belastet.

Die türkische Lira hat sich unterdessen stabilisiert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will den deutschen und neun weitere Botschafter nun doch nicht ausweisen. Am Montag war die Lira vor der Rücknahme der Entscheidung zunächst zu Euro und Dollar auf neue Rekordtiefstände gefallen. Nach der Entscheidung machte sie ihre vorherigen Tagesverluste mehr als wett. Im Abendhandel wurden für einen Euro 11,03 Lira gezahlt. Der Kurs für einen Dollar fiel bis auf 9,4130 Lira, nach 9,60 Lira am Vortag. Der Druck auf die Lira dürfte jedoch tendenziell anhalten. Das Vertrauen in die Notenbank des Landes ist an den Finanzmärkten gering, da sie trotz der hohen Inflation zuletzt die Zinsen gesenkt hat.

Die Ölpreise legten geringfügig zu. Sie notierten jedoch unter ihren am Vortag erreichten Mehrjahreshochs. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 86,33 Dollar. Das waren 0,4 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 63 Cent auf 84,39 Dollar. Der Druck auf die Preise dürfte anhalten. Trotz der zuletzt gestiegenen Nachfrage, weitet der Ölverbund Opec+ sein Angebot nur zögerlich aus. Beobachter gehen davon aus, dass die Opec+ auf ihrem Treffen in der kommenden Woche ihre Förderung erneut um lediglich 400 000 Barrel pro Tag ausweiten wird. So hatte zuletzt Saudi-Arabiens Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman die vorsichtige Haltung des ölreichen Landes bestätigt.

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