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Devisen und Rohstoffe:Türkische Lira mit Verlusten

Die türkische Währung reagiert mit Kursverlusten auf die Zinsentscheidung der Zentralbank. Der Ölpreis gibt nach den starken Kursgewinnen des Vortages nur leicht nach.

Der Kurs des Euro hat sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1972 Dollar gehandelt und damit nahezu auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend.

Für die türkische Lira ging es dagegen nach der Zinsentscheidung deutlich nach unten. Die Währung des südeuropäischen Landes verbilligte sich zeitweise um 1,1 Prozent auf zu 8,1556 Lira. Ein Euro kostete 9,7678 Lira. In der Türkei bleibt der Leitzins nach dem von Präsident Recep Tayyip Erdogan erzwungenen Wechsel an der Spitze der Zentralbank vorerst unverändert. Der geldpolitische Schlüsselsatz werde bei 19 Prozent belassen, teilten die Währungshüter am Donnerstag mit. Erdogan hatte ungeachtet der hohen Inflation noch jüngst niedrigere Zinsen gefordert. Die Notenbank kam diesem Wunsch zwar nicht nach, ließ aber eine Formulierung in ihrem Begleittext fallen, in dem sie zuvor Entschlossenheit zur Fortsetzung einer straffen Geldpolitik bekundet hatte. "Stattdessen hält sich die Zentralbank die Optionen für die Zukunft nun etwas offener", so Analystin Sandra Striffler von der DZ Bank. Damit dürfte der neue Mann an der Zentralbank-Spitze ihrer Ansicht nach die "sprichwörtliche geldpolitische Quadratur des Kreises" versucht haben, um bei Erdogan nicht gleich in Ungnade zu fallen. Erdogan hatte den Zentralbankchef Naci Agbal im März entlassen, nachdem dieser kurz zuvor den Leitzins von 17 auf 19 Prozent erhöht hatte.

Nach einem kräftigen Kurssprung am Vortag legte der Ölpreis nur leicht zu. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 66,85 Dollar. Am Mittwoch waren die Ölpreise stark gestiegen, als die US-Regierung für die Vorwoche einen mehr als doppelt so starken Rückgang der Lagerbestände an Rohöl wie von Analysten erwartet gemeldet hatte. Der US-Ölpreis war nach den Daten in kurzer Zeit um mehr als vier Prozent nach oben geschossen.

© SZ vom 16.04.2021 / amon, Reuters, dpa
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