Devisen und Rohstoffe:Rubel mit Verlusten

Die Verhaftung des russischen Regimekritikers Navalny und die Angst vor neuen Sanktionen gegen Moskau setzt dem Rubel zu. Der Euro fällt zum Dollar, während sich Bitcoin auf einem hohem Niveau stabilisiert.

Der Euro ist am Montag mit Kursverlusten in die neue Woche gestattet. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zeitweise 1,2055 Dollar und damit so wenig wie zuletzt vor gut einem Monat. Der Dollar tendierte dagegen zu vielen Währungen etwas fester. Der Dollar profitierte von einem Bericht der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal. Demnach will die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen während ihrer Anhörung vor dem Kongress in dieser Woche das tradierte Ziel marktbasierter Wechselkurse betonen. Verglichen mit den teils provokanten Äußerungen der Trump-Regierung wäre dies ein Schritt in Richtung "normaler" Wechselkurspolitik mit jahrzehntelanger Tradition.

Aus Furcht vor neuen Sanktionen gegen Russland nach der Verhaftung des Regimekritikers Alexej Nawalny zogen sich Anleger aus der Währung des Landes zurück. Der schwächelnde Preis für das wichtige Exportgut Rohöl drückte Börsianern zufolge zusätzlich auf den Kurs. Im Gegenzug werten Dollar und Euro um jeweils rund ein Prozent auf 74,38 und 89,68 Rubel auf. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 54,74 Dollar je Barrel (159 Liter).

Nach dem jüngsten Rücksetzer stabilisierte sich das Bitcoin. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise notierte am Abend mehr als ein Prozent höher bei 36 253 Dollar. "Die aktuell zu beobachtende relative Stärke des Kurses spricht für eine baldige Fortsetzung der Kletterpartie", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Anfang Januar hatte die Kryptowährung ein Rekordhoch von knapp 42 000 Dollar erreicht.

Die bevorstehende Vertrauensabstimmung über die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conti machte Italien-Anleger nervös. Einige zogen sich aus den Anleihen des Landes zurück und trieben die Rendite der zehnjährigen Titel bis auf 0,623 Prozent.

© SZ vom 19.01.2021 / amon, Reuters, dpa
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB