Devisen und Rohstoffe:Rohstoffpreise steigen stark

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Die Rohstoffpreise kennen keinen Halt mehr. Der Erdgaspreis erreicht ein Rekordhoch. Der Ölpreis ist davon nicht weit entfernt. Am Devisenmarkt fällt der Euro zum Schweizer Franken unter die Parität.

Wegen drohender wirtschaftlicher Belastungen für Europa durch den Ukraine-Krieg haben sich Anleger aus dem Euro zurückgezogen. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1,0807 Dollar. Im Nachmittagshandel erholte sich die Notierung auf 1,0880 Dollar etwas. Gesucht waren dagegen als sicher empfundene Devisen wie zum Beispiel der Schweizer Franken. Erstmals seit dem Jahr 2015 mussten weniger als ein Franken für einen Euro gezahlt werden.

Die Diskussion um ein Verbot russischer Energie-Lieferungen trieb den europäischen Erdgaspreis am Montag auf ein Rekordhoch bei 335 Euro je Megawattstunde. Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee sprang um knapp 20 Prozent nach oben und erreichte mit 139,19 Dollar je Barrel (159 Liter) ein 13-Jahres-Hoch. "Bei einer Sanktion sämtlicher russischer Energie-Exporte würde mich ein Brent-Preis von mehr als 200 Dollar nicht überraschen", sagte Volkswirt Howie Lee von der Bank OCBC. Bei anderen Rohstoffen seien ebenfalls panikartige Käufe zu beobachten, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. So stieg der Preis für Palladium zeitweise um fast 15 Prozent auf ein Rekordhoch. "Russland steht für 38 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion", sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. "Lieferausfälle könnten nicht anderweitig aufgefangen werden." Parallel dazu verbuchte das bei der Stahl-Herstellung eingesetzte Nickel einen Kurssprung von knapp 41 Prozent und notierte mit 38 000 Dollar je Tonne so hoch wie zuletzt vor fast 15 Jahren. "Das Angebot war ohnehin schon knapp", sagte Kalkine-Experte Sawhney. "Wenn ein großer Lieferant ausfällt, löst das einen Kaskadeneffekt aus." Gold war gefragt. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) in Dollar stieg erstmals seit dem Sommer 2020 zeitweise auf mehr als 2000 Dollar. In Euro gemessen war Gold am Montag bereits so teuer wie noch nie.

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