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Devisen und Rohstoffe:Pfund  im Aufwind

Die britische Währung notiert so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Für den Euro geht es nach der der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank ebenfalls nach oben. Starke Verluste verzeichnen die Cyberwährungen.

Der Euro ist nach der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) gestiegen. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung 0,5 Prozent höher bei 1,2168 Dollar, nach 1,2102 Dollar am Mittwochabend. Die EZB hat auf ihrer ersten Zinssitzung im neuen Jahr angesichts der erneuten Pandemiewelle die Tür für weitere Konjunkturstützen offen gehalten. Die Euro-Wächter um Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde brachten zwar keine neuen Wirtschaftshilfen auf den Weg. Sie teilten aber mit, sie seien nach wie vor bereit, alle ihre Instrumente nötigenfalls anzupassen. Die EZB hatte erst im Dezember ein umfangreiches neues Hilfspaket für die Wirtschaft beschlossen. Den Leitzins beließ die Notenbank auf dem Rekordtief von null Prozent, wo er bereits seit März 2016 liegt.

Unterdessen setzte das Pfund Sterling seinen Erholungskurs fort und stieg zeitweise auf 1,3746 Dollar, den höchsten Stand seit knapp drei Jahren. Großbritannien komme bei den Corona-Massenimpfungen viel schneller voran als die großen EU-Staaten, sagte Analyst Mikael Mihoj von der Danske Bank. "Das bedeutet, dass Großbritannien die Corona-Krise vor dem Rest Europas überwinden könnte."

Erneut abwärts ging es dagegen für Bitcoin und Ethereum. Die beiden Cyber-Devisen verbilligten sich nach ihren jüngsten Rekordhochs zeitweise um jeweils mehr als zehn Prozent. "Der ganz große Risikoappetit ist vorerst Geschichte", sagte Analyst Emden. "Ein Ende der aktuellen Talfahrt sei nicht in Sicht", hieß es weiter.

Die Ölpreise gaben nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent notierte 0,1 Prozent tiefer bei 56,04 Dollar. Zurzeit bewegen sich die Ölpreise in der Nähe ihres höchsten Standes seit knapp einem Jahr. Für Auftrieb sorgen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung durch flächendeckende Corona-Impfungen. Die Corona-Lage bleibt jedoch in vielen Ländern angespannt, was auch die Stimmung am Rohölmarkt belastet.

© SZ vom 22.01.2021 / amon, Reuters, dpa
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